[Rezi] „Asphalt – Ein Fall für Julia Wagner“ von Axel Hollmann

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Das Buch

Es ist ein e-book. Aber nicht einfach eine Datei mit Text, nein nein nein. Zuerst ist da mal das Cover. Bevor es an die Veröffentlichung ging wurden wir, also die potentiellen Leser, gefragt, welches der zwei vom Verlag vorgeschlagenen uns denn besser gefiele. Jo, und das schönere von beiden wurde es dann auch. Finde ich nett, da ein bisschen mitreden zu können. Dann der erweiterte Inhalt, mit Fotos der Schauplätze usw. Finde ich eine gute Idee. Und das alles ans Ende des Buches zu packen finde ich grad nochmal sehr schön.

Und so beginnt es:

„Die Villa, in der Reinhard Behnke verschwunden war, befand sich im vornehmen Berlin-Grunewald, einem Viertel der Rechtsanwälte und Steuerberater. Ich hätte zu gern gewusst, was sich dort drinnen abspielte, allerdings waren die Fenster im Erdgeschoss vergittert und die samtenen Vorhänge sorgfältig zugezogen. ein einziges Fenster im Obergeschoss stand einen Spalt weit offen. Von dort fiel ein Lichtstrahl auf die steinerne Brüstung eines Balkons. Vor einer Weile hatte ich Gläserklirren und Gelächter gehört, jetzt aber war alles still.“

Zusammenfassung

Kurz: Ehemalige Kriminalkommissarin versucht sich als Fotoreporterin und gerät in Schwierigkeiten.
Etwas länger: Julia Wagner hat sich nicht den leichtesten Job ausgesucht. Nachdem sie ihre Karriere als Kommissarin bei der Kriminalpolizei geschmissen hatte, versucht sie Fotos zu schiessen und an eine lokale Sensationszeitung zu verkaufen. Das gelingt mal gut, mal schlecht. Im Zuge ihrer Recherchen trifft sie alte Bekannte wieder und gerät dabei zwischen die Fronten, oder Räder. Motorräder um genau zu sein. Sie legt sich dabei mit einer ganzen Motorradgang an und auch einige Personen aus ihrer Vergangenheit tauchen wieder auf. Nicht immer ist sie ihnen gegenüber wohlgesonnen.

Stil:

Man merkt, auch ohne selbst je einen solchen gelesen zu haben, sehr deutlich, dass Axel Hollmann schon den einen oder anderen Hardboiled Krimi gelesen hat. Der Roman ist aus der Ich-Perspektive geschrieben. Knappe Sätze, rasches Tempo, was halt dazu gehört um die Spannung nie ganz abfallen zu lassen.
Was mich gestört hat ist das Lektorat, da sind der lesenden Person beim Verlag ein paar Flüchtigkeitsfehler unterlaufen. Und es sind immer die gleichen.

Figuren:

Also, das ist nicht leicht. Persönlich möchte ich keinen der Figuren aus dem Roman kennen. Julia ist eine Zicke, ein launisches Persönchen der man irgendwie gar nichts recht machen kann. Aber sie ist stimmig. Sie ist selbständig, hat einen starken Gerechtigkeitssinn und ist hart im Nehmen. Und im Austeilen. Die anderen Figuren verblassen ein bisschen neben ihr. Aber das mag in einem Hardboiled Krimi so sein, ich kenne mich da zu wenig aus.

Sprache:

Mit einem Wort: Flapsig. Aber das passt. Sie ist eine unkonventionelle Person die ein Leben führt das alles nur nicht spiessig oder „normal“ ist. Und bestimmt nicht langweilig. Die Sprache ist manchmal auch etwas derb oder hart, aber man hat nie das Gefühl, dass die Wortwahl ein Mittel zur Effekthascherei ist. Sie passt und gehört dahin und muss so sein. PUNKT.

Fazit:

Wer auf Krimis steht, und Hardboiled dazu, dem rate ich es zu kaufen. Was man für den Preis bekommt, sucht man zwischen zwei Deckeln häufig vergebens. Oder halt eben zum zehnfachen Preis. Es ist gute und kurzweilige Unterhaltung und man lernt sogar noch ein bisschen was über die verschiedensten Jiu-Jitsu Techniken, Griffe, Würfe, Schläge, Tritte, Mentalität im Dojo etc. dazu. Der Autor übt es entweder selber aus oder er hat sehr ausführlich in diese Richtung recherchiert. Das ist keine Ironie, die Angaben sind korrekt, wenn auch für meinen Geschmack ein bisschen zu spezifisch. 😉
Ach so, das Buch: 4 von 5 Sternen und eine Kaufempfehlung. Das Buch selber ist gut, mich haben aber die Fehler (vor allem in der zweiten Hälfte) und das Fachjapanisch ein bisschen aus dem Lesefluss herausgerissen.

Titelbild "Asphalt - Ein Fall für Julia Wagner" von Axel Hollmann

Asphalt – Ein Fall für Julia Wagner
Midnight by Ullstein / 2014 / 416
Axel Hollmann
ISBN: 978-3-95819-002-3

Unser Tag in der Buchhandlung

Jaaaaaaaaaaaaa, gestern hatten wir einen – zugegeben, nicht den ganzen – Tag in der Buchhandlung.

War schön. Ich habe es genossen mich wieder mal gut und fundiert beraten zu lassen. Und ja, ich habe auch was gekauft, denn beraten lassen und dann ab nach Hause um das Buch bei wem auch immer etwas günstiger zu kaufen finde ich frech.

Mit eines der herausragendsten Ereignisse war allerdings, dass ich den Grund für die schlechte Beurteilung von ntav zu „Limit“ von Frank Schätzing gefunden habe. Schaut euch mal die Bereichsüberschrift (oder wie auch immer das richtig heissen mag) im Regal an, in dem Limit (siehe roten Kasten) steht, etwas genauer an.

Limit ist ein KrimiLimit ist ein Krimi

Damit wäre das geklärt. Limit kann in der Sci-Fi Challenge gar keine gute Note bekommen, weil es gar keine Sci-Fi IST! 😉

Soviel dazu. Ansonsten war der Besuch in der Buchhandlung, in der übrigens ein Bekannter von mir arbeitet und mich fast nicht erkannt hätte, obwohl er sich seit dem letzten Zusammentreffen stärker verändert hat als ich – finde ich zumindest – eine durchweg angenehme Erfahrung, auch wenn er definitiv keine „Piazza“ ist, dafür gibt es zu wenig Kuchen und auch die Auswahl an Kaffeesorten ist zu gering. Aber wer will schon bei „Fox“ Bücher kaufen? 😉