[Rezi] „Redshirts“ von John Scalzi

Zu Kaufen gibt es dieses Buch bei Heyne direkt oder auch bei Amazon

Das Buch

Das Cover zeigt, was der Titel verspricht: Ein Redshirt der UU.

Und so beginnt es:

„Fähnrich Tom Davis hockte auf einem großen Felsblock und blickte quer durch die weitläufige Höhle zu Captain Lucius Abernathy, Wissenschaftsoffizier Q’eeng und Chefingenieur Paul West, die auf einem zweiten, noch größeren Felsblock saßen, und dachte: Das ist echt scheiße.

Zusammenfassung

Kurz: Ein Fähnrich auf dem Flagschiff merkt, dass irgendwas nicht in Ordnung ist und geht dem nach.
Etwas länger: Andrew Dahl wird auf das Flagschiff der UU, der Universalen Union, versetzt. Und zuerst deutet er das als grossen Gewinn für seine Karriere. Aber dann merkt er, dass unter bestimmten Voraussetzungen bei Aussenmissionen verdächtig häufig und auf seltsame Weise Crewmitglieder ums Leben kommen. Er geht der Sache nach.

Stil:

Wenn einem nicht bereits (wie mir) gespoilert wurde, worum es in dem Buch geht, dann verwirren die Dialoge auf den ersten paar Seiten schon sehr. Man denkt sich: „Eigentlich kann der Salzi doch schreiben, was fabriziert er denn hier für eine Sch schlechte Dialoge. Erst als Andrew Dahl, der Protagonist, dahinter zu kommen scheint was hier los ist, bessert sich das, werden die Dialoge flüssiger und das Lesen geht auch leichter von der Hand.

Dass das Buch weitergeht, nachdem es zuende ist, aber doch nicht, mag für den einen oder anderen verwirrend sein. Ich fand den Schluss äusserst gelungen.

Figuren:

Die Figuren sind allesamt glaubhaft und „echt“. Man möge die leichte ironische Anspielung verzeihen, wenn man es gelesen hat, wird man es verstehen. Einzig der Protagonist kam mir manchmal etwas zu … entspannt vor. Mir fällt kein besseres Wort dafür ein. Fast so, als ob er wüsste was als nächstes geschieht.

Sprache:

Typisch für John Scalzi ist die Sprache: Locker, leicht zu lesen. Die Dialoge sind flüssig und man fliegt eigentlich nie aus dem Fluss wegen irgendwelcher unpassender Wörter oder seltsamen Konstruktionen.

Fazit:

Eines der wenigen Sci-Fi Bücher, abgesehen von eineinigen von Andreas Eschbach, das mich nachdenklich zurückliess und mir die Wahl des nächsten Buches sehr schwer machte. Bis kurz vor Schluss dachte ich: „Jaja, nette Geschichte und gut geschrieben.“ Aber da steckt meiner Meinung nach viel mehr drin. Z.B. wird einem Autoren gezeigt, wie wehleidig die Aussage „Ach ich kann nicht schreiben, ich habe eine Schreibblockade.“ häufig rüberkommt. Und zwar einfach darum, weil es in den allermeisten Fällen eine Ausrede ist. Eine Ausrede dafür, dass das Problem meist woanders als bei der angeblich blockierten Kreativität liegt.

Weiter sind die philosophischen Momente, wenn sie auch letztlich dem „Autor“ als Schreibblockadenausrede dienen, äusserst interessant. Wenn man Philosophie auf populärwissenschaftlichem Niveau steht.

Alles in allem kann ich sagen: Wer Scalzi mag und den einen oder anderen Insider aus Star Trek kennt, dem sei dieses Buch sehr ans Herz gelegt.

5 von 5 Sternen und eine Kaufempfehlung.

Coverbild_Redshirts

Redshirts
Heyne / 2012 / 432
John Scalzi
ISBN: 978-3-45352-995-3

[SFCh-Rezi] „Krieg der Klone“ von John Scalzi

Die Station:

Mars – Kriege und Gewalt.

Und so beginnt es:

»An meinem fünfundsiebzigsten Geburtstag tat ich zwei Dinge. Ich besuchte das Grab meiner Frau. Dann ging ich zur Armee.«

Zusammenfassung

Kurz: „Mit 75 Jahren, da fängt das Leben an“ oder so ähnlich könnte John Perry gesungen haben, als er sich freiwillig für die Koloniale Verteidigungsarmee gemeldet hatte.
Etwas länger: John Perry hat ausser dem gelegentlichen Besuch am Grab seiner Frau nicht mehr viel zu tun. Er ist 75 und es ist an der Zeit, sich einziehen zu lassen. Unterschrieben hat er bei der KVA schon vor 10 Jahren und wollte eigentlich gemeinsam mit seiner Frau den Dienst antreten. Nun macht er es eben alleine.
Noch bevor die Ausbildung beginnt lernt er auf dem Transport zu einer Raumstation ein paar Leute kennen. Sie freunden sich an und nennen sich die „Alten Scheisser“. Eine bunt zusammengewürfelte und erstaunliche lebensfrohe und lustige Truppe. Das erste Viertel des Buches liesst sich auch mehr wie eine Satire (was es stellenweise auch sicher ist) als ein Buch mit dem Thema „(Anti)Krieg“.
Nachdem alle auf ihre neue Aufgabe als Soldaten vorbereitet wurden gehts dann richtig zur Sache und es folgen diverse Schlachten und Kampfeinsätze. Leider – aber sowas lässt sich nunmal nicht vermeiden – bleiben die „Alten Scheisser“ nicht komplett. Dafür kommen neue Freunde hinzu. Es ist zum Ende hin also ausgewogen.

Meine Meinung

Kaufen und lesen! Ja, Ähnlichkeiten mit „Starship Troopers“ sind natürlich und bedingt durch Genre und Thema des Buches gegeben. Ich meine auch gelesen zu haben, dass Scalzi sich als Fan von Heinlein bezeichnet. Also. Wer nun an so etwas seine Kritik an „Krieg der Klone“ festmacht sollte nach „Romeo und Julia“ auch keine andere romantische Literatur mehr lesen. Er würde nur enttäuscht werden.
Was jedoch mich und scheinbar auch andere etwas irritiert hat war die Tatsache, dass eine Organisation wie die KVA, die technologisch sehr weit ist sich immernoch auf eine Riesenarmee aus Kanonenfutter stützt anstatt ausgefeilte Technik alleine in den Kampf zu schicken. Aber neben dem Genuss, den einem dieses Buch beschert, ist das ein locker zu vernachlässigender Kritikpunkt.
Ich weiss, ich lobe schon wieder ein Buch über den Klee, aber was soll ich machen, ich hatte bisher einfach „Glück“ mit meinen Büchern. Und ich hoffe sehr, dass sich daran nichts ändert.
Zur Sprache: Sie ist sehr flapsig und das Buch entsprechend locker zu lesen.
Die Figuren: Allesamt glaubhaft. Ich habe keine Zweidimensionalitäten gefunden.
Die Handlung: Man kann sich darüber streiten. Ich tue es nicht. Mir gefällts. Ein paar Klischees gibts halt, aber was solls.

Fazit

Ein sehr gelungenes Buch, das, obwohl es kritisch mit dem Thema Krieg umgeht nie den Eindruck eines erhobenen Zeigefingers erweckt. Ein Umstand, der mir persönlich sehr gefällt, denn Moral-Apostel mag ich nicht wenn ich Unterhaltung erwarte. Eine Message darf und soll nichts desto trotz da sein – was sie in vorliegendem Fall auch ist – aber ich will nicht „belehrt“ werden.

Gesamteindruck

Sprache / Stil: 10/10
Figuren: 10/10
Handlung: 10/10
Schlusswertung: 10/10 Punkte Geht nicht anders 😉

Krieg der Klone
Heyne / 2007 / 432 Seiten
John Scalzi
ISBN: 978-3-453-52267-1

Leseliste für die Ravenport Sci-Fi Challenge

Der Dani Vega hat zusammen mit seinem Kumpel, dem Lordprong eine Sci-Fi Lese Challenge ausgerufen. Hier ist nun meine vorläufige Leseliste. Möglich, dass sie sich noch ändern wird, aber nicht mehr sehr wahrscheinlich.

Für mich ist fast alles dabei. Einige der hier aufgeführten Bücher lese ich nicht zum ersten Mal, andere „kenne“ ich dem Namen und ihrem Ruf nach und wieder andere sind mir gänzlich unbekannt. Aber das ist spannend, bis in etwas mehr als zehn Monaten werde ich wissen, ob aus meiner Sicht hauptsächlich Perlen oder eher Nieten darunter sind.

Ich will mit dieser Liste keinen der anderen Teilnehmer zu irgendwas bewegen, weder es mir (mit den Büchern die zu lesen sie beabsichtigen) gleich zu tun noch das Gegenteil. Es ist eher für mich, damit ich weiss, was auf mich zu kommt, damit ich Planen kann und sehe, welches Buch ich unter welchen Umständen lesen kann (Zeit und … äh, eigentlich nur Zeit, sie ist das entscheidende Kriterium).

Damit die Bücher leichter den einzelnen Stationen der Sci-Fi Challenge zugeordnet werden können habe ich deren Bezeichnung jeweils mit angegeben. Und dass manche Bücher in mehreren Stationen auftauchen, ist in erster Linie die Schuld deren Autoren, die ein „zu vielseitiges“ Werk geschaffen haben.

Sonne – „Solaris“ von Stanislaw Lem
Merkur – „Spektrum“ von Sergej Lukianenko
Venus – „Das Kantaki Universum – Diamant“ von Andreas Brandhorst
Erde – „Der letzte seiner Art“ von Andreas Eschbach
Mars – „Krieg der Klone“ von John Scalzi
Jupiter – „Perry Rhodan 2500 – 2525 – Stardust Zyklus“ von div. Autoren
Saturn – „Diamond Age“ von Neal Stephenson
Uranus – „Herr aller Dinge“ von Andreas Eschbach
Neptun – „Zeitschiffe“ von Stephen Baxter
Pluto – „Eine Handvoll Venus“ von Frederik Pohl, Cyril M. Kornbluth

Eine Erklärung oder Legende der Stationen findet man hier

BTW: Meldet euch doch auch für die Sci-Fi Challenge an, je mehr Leser und Rezensierer mitmachen desto besser und interessanter!

UPDATE: Es gab einige Umstellungen der Liste. Das hängt hauptsächlich damit zusammen, dass ich Bücher grade nicht finde (Umzug) oder sie mir doch „unpassend“ für die vorgesehene Station erscheinen.