Das erste Buchstöckchen

Dani Vega von http://ravenport.ch hat auf seiner Seite ein Buchstöckchen liegen lassen und ich dachte mir: „Bevor ein Hund kommt und es für einen Knochen hält nehme ich es auf und …“ Ja, was und? Mal schauen.

Mit diesen Buchstöckchen verhält es sich folgendermassen: Man stolpert oder wird gestolpert über einen kleinen Fragebogen zu einem Thema, hier zu Lese- und Buchvorlieben. Man übernimmt die Fragen und beantwortet  sie selber. Und schon wieder liegt ein neues Stöckchen zum Mitnehmen  bereit, das man auch jemandem zuwerfen kann. Und hier schauen wir. Ich mag nämlich heute auch nicht werfen. Aber ich verkünde laut: HIER LIEGT EIN STÖCKCHEN!

Gebunden oder Taschenbuch?
Eigentlich gebunden. Aufgrund des Preises und der Tatsache, dass ich gebundene Bücher nicht (mehr) ausleihen kann (dazu unten mehr) tendiere ich ausser bei ganz speziellen Werken oder wenn ich einfach zu ungeduldig bin um auf das Taschenbuch zu warten zu eben diesem.

Amazon oder Buchhandel?
Wenn ich „ein Buch“ will und mich in der Wahl unterstützen und inspirieren lassen will: Buchhandel, ganz klar. Wenn ich genau weiss was ich will und es das im Buchhandel vielleicht auch nicht (mehr) gibt: Amazon.

Lesezeichen oder Eselsohr?
LESEZEICHEN! Was ist das überhaupt für eine Frage? Das ist mit ein Grund, warum ich nur noch ungerne Bücher ausleihe. 🙁

Ordnen nach Autor, Titel oder ungeordnet?
Es gibt eine Ära der OvT und UnT. Grundsätzlich zuerst nach Gebiet/Thema, dann wenn möglich nach Genre, Autor.
OvT= Ordnung vor Tochter
UnT= Unordnung nach Tochter

Behalten, wegwerfen oder verkaufen?
Am liebsten natürlich behalten. Verkaufen oder Menschen, von denen ich weiss, dass die Bücher zu schätzen wissen, schenken.

Mit Schutzumschlag lesen oder ohne?
Mit, sonst verliere ich ihn. Was schade wäre.

Schutzumschlag behalten oder wegwerfen?
Behalten. Wenn er gut gemacht ist gehört er zum Buch. Wenn nicht … gehört er trotzdem zum Buch. Bisher hat mich erst einmal ein Umschlag vom Kauf eines Buches / einer Serie abgehalten. Und zwar weil alle den Umschlag als soooooo toll hervorgehoben haben und erst nach mehrmaligem Nachfragen auf den Inhalt eingingen, der mich dann aber schon nicht mehr begeistern konnte. 🙁 Schade Herr Martin …

Kurzgeschichte oder Roman?
Roman. Zwischendurch gerne auch Kurzgeschichten. Aber auf Dauer ist mir das zu anstrengend. Ich mag ausführliche, abgeschlossene Geschichten.

Aufhören wenn man müde ist oder das Kapitel zu Ende ist?
Wenn ich müde bin ergibt sich das von selbst. Nachdem ich das n-te Mal den gleichen (Ab)Satz gelesen habe lege ich das Buchzeichen rein und klappe das Buch zu.

„Die Nacht war dunkel und stürmisch…“ oder „Es war einmal…“?
Ja, ich kenne die Peanuts und mag sie auch. Aber ich würde trotzdem keines von Snoopys Büchern kaufen 😉

Kaufen oder Leihen?
Eigentlich kaufen. Ich hatte mal einen Ausweis einer Leihbibliothek und fand dort auch die eine oder andere Perle. Grundsätzlich aber lieber kaufen. Ein Regal voll gelesener (irgendwann) Bücher im Wohnzimmer oder gar der Bibliothek stehen zu haben ist was tolles. 😉

Neu oder gebraucht?
Das ist egal, wenn das Gebrauchte noch in gutem Zustand ist.

Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung, Stöbern?
Die mit Abstand höchste „Erfolgschance“ bietet mir die persönliche Empfehlung. Das kann entweder von einem Freund oder aber vom Buchhändler des Vertrauens sein. Stöbern ist manchmal auch nett. Rezensionen von Menschen, die ich nicht kenne (oder umgekehrt) sind meist nicht so zuverlässig. Und das andere da, diese „…listen“ taugen überhaupt nicht.

Geschlossenes Ende oder Cliffhanger?
Wenn es eine Serie ist, bei der der Autor noch lebt, dann darf es – bis auf den letzten Band – ein Cliffhanger sein.

Lesen: morgens, mittags oder nachts?
Mittags. Morgens habe ich keine Zeit und Nachts kann ich nicht lange genug wach bleiben.

Einzelband oder Serie?
Ich bevorzuge Serien. Einzelbände sind meist zu schnell fertig.

Lieblingsserie?
„Herr der Ringe“, „Otherland“, „Sternenspiel“, „Narnia“, „Perelandra“, „Trolle“ …

Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand etwas gehört hat?
Kürzlich habe ich jemandem ein Buch empfohlen welches diese Person tatsächlich noch nicht gelesen hatte. „Ex Libris: Bekenntnisse einer Bibliomanin“. Übrigens eines der Bücher, das ich mir zuerst ausgeliehen und nachdem ich es gelesen auch gekauft hatte.

Lieblingsbuch, das Du letztes Jahr gelesen hast?
Eines der herausragenden Bücher der letzten Jahre war „Die Stadt der Träumenden Bücher“

Welches Buch liest du gegenwärtig?
„Solaris“ von Stanislaw Lem und als Hörbuch „Sternenspiel“ von Sergej Lukianenko

Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten?
Gibts nicht. Aber „Die Stadt der Träumenden Bücher“ kommt dem schon sehr nahe. Es ist eines der Bücher bei denen ich mir nach dem Lesen gewünscht habe, es nochmal so lesen zu können, als ob ich es noch nicht gelesen hätte. Das ist selten.

Lieblingsautoren?
Puhh … ne. Die Liste würde zu lange und damit die Frage bzw. die Antwort ad absurdum führen.

So, nun kann, wer mag, das Stöckchen dem nächsten potentiellen Hund vor der Nase wegschnappen. Viel Spass! :)

Sci-Fi aus dem Osten

Jaja, wusste ich erst auch nicht, dass es solche gibt. Gut, gehört habe ich beide Namen schon, aber wirklich was damit anfangen konnte ich nicht. Im einen Fall schon, aber dass Sergej Lukianenko auch Sci-Fi schreibt war mir neu. Jetzt bin ich grade an „Sternenspiel“ zu lesen, bzw. hören. Und was soll ich sagen: 5 Minuten hören und ich war in der Geschichte drin ohne Aussicht auf einen Ausweg. Er schreibt flüssig, sofern das überhaupt möglich ist ins Deutsche rüber zu nehmen, und leicht. Ich wollte sofort nur noch eins MEHR! Mit dem Hörbuch, das glücklicherweise nicht gekürzt ist – was denken die Leute sich eigentlich dabei ein Hörbuch zu kürzen? Ein Buch wird ja auch nicht gekürzt.

Ich muss da jetzt mal kurz ausholen: Ich finde es absolut inakzeptabel, Bücher, die von den jeweiligen Autoren geschrieben wurden einfach so zu kastrieren. Wer sind die Vertoner von Büchern, dass sie sich anmassen zu entscheiden, welcher Teil vom Buch nun wichtig ist und welcher nicht? Leider war mir bei meinen ersten Hörbüchern nicht bewusst, dass „gekürzt“ tatsächlich „kastriert“ meint. Jajaja, natürlich kommt „der Inhalt“ immernoch irgendwie rüber. Aber ganz bestimmt nicht so, wie er es hätte können und _sollen_. Mein Aufruf an alle Hörbuchverlage lautet also: Kürzt nicht! Lieber zahlen wir die paar wenigen Euro mehr, dafür haben wir das richtige Hörbuch, so wie es sein soll. So. Und damit ich jetzt nicht noch böse werde klemme ich hier ab.

Zurück zum Thema: Sergej Lukianenko und Stanislaw Lem. Von Letzterem lese ich ja grade „Solaris“. Auch sehr packend, bereits nach noch nicht mal 20 Seiten. Gutes Buch. Muss ein gutes Buch sein, sonst hätte ich es wohl nicht gekauft oder zumindest gleich wieder weiter verkauft. Wie es ausgeht? Weiss ich nicht. Eine Ahnung habe ich zwar, aber wenn das Buch so gut ist wie ich denke, ist die falsch. 😉 Ich darf also gespannt bleiben.

[Rezi] „Die Schlacht der Trolle“ von Christoph Hardebusch

Das Buch:

Die Schlacht der Trolle – Christian Hardebusch – ISBN 3-453-53270-8

Zusammenfassung

Kurz: Den Trollen droht ein „Bürgerkrieg“ – Der neue Anführer der „guten“ sucht auf Anraten eines Kampfgefährten des alten Anführers Hilfe bei den Menschen.

Etwas länger: Druan, der „alte Anführer“ wird von Anda, einem Mitglied der Troll-Truppe aus dem ersten Buch, getötet weil dieser sich ihr nicht anschliessen will. Anda ist eine Verbindung mit dem „Geist des Landes“ eingegangen und dadurch mächtig und stark geworden. Allerdings auch düster und selbst für Trolle äusserst aggressiv. Kerr, der nur knapp dem Tod durch Anda entging fragt Pard – der grosse Trollkrieger aus dem ersten Band – um Rat. Dieser schlägt vor, Sten um Hilfe zu bitten.

Die Geschichte um Sten und die Trolle geht weiter. Man erfährt einiges über die Lebens- und Denkweise von Trollen und dass sie sich einem ähnlichen Motto verschrieben haben wie z.B. die Marines. Bei ihnen lautet es „Trolle töten niemals Trolle“. Als Anda dieses oberste Gebot missachtet und beginnt alle, die sich ihr nicht anschliessen wollen, zu töten, droht ein Bürgerkrieg auszubrechen.

Kerr, Druans „Schüler“, nimmt grosse Risiken und Strapazen auf sich um dies zu verhindern.

[Rezi] „Die Trolle“ von Christoph Hardebusch

Das Buch:

Die Trolle – Christian Hardebusch – ISBN 3-453-53237-6

Zusammenfassung

Kurz: Mensch hilft Trollen und damit sich und seinen Leuten
Etwas länger: Sten cal Dabrân, ein Widerstandskämpfer wird vom amtierenden Despoten Zorpad Diminu (bitte korrigieren falls falsch geschrieben) in einem Käfig im Wald seinem Schicksal überlassen. Üblicherweise ist dies der Tod, aber Zorpad hat nicht mit den Trollen gerechnet. Sten auch nicht.
Zuerst können sich beide Seiten überhaupt nicht ausstehen, aber nach und nach entwickeln beide Seiten Verständnis und sogar sowas wie Sympathie für einander. Zusammen macht sich die seltsame Truppe auf den Weg um den Sonnenmagiern, die den „Geist des Landes“ für ihre eigenen Zwecke missbrauchen, das Handwerk zu legen.

Meine Meinung

Wer Fantasy mal aus einer anderen Warte lesen möchte ist mit „Die Trolle“ gut bedient. Man wird langsam an die Charaktere und in die Handlung geführt.
Ich selber habe das Buch „gehört“, was dem Genuss jedoch überhaupt keinen Abbruch tut, im Gegenteil wie ich finde. Der Sprecher macht seine Sache gut und man beginnt nach kurzer Zeit die Figuren an den Stimmen zu erkennen.
Alles in allem ein lohnenswertes Stück Fantasy über und aus der Sicht von Charakteren, die man so noch nicht erlebt hat.