[SFCh-Rezi] „Diamond Age“ von Neal Stephenson

Die Station:

Saturn – Roboter und KI.

Und so beginnt es:

»Die Glocken von St. Markus auf dem Berg spielten ihr volles Programm, als Bud zum Mod‐Salon skatete, um seine Schädelkanone durch ein besseres Modell ersetzen zu lassen.«

Zusammenfassung

Kurz: Artifex John Percival Hackworth, ein Nanotech Ingenieur, entwickelt für die Enkelin eines Lords ein Buch, das eigentlich ein Computer und zusätzlich noch ein „Interface“ zu Schauspielern die dem Buch Interaktivität verleihen, ist ….
Etwas länger: … Dumm ist dabei nur, dass ihm die eine Kopie des Buches, die er sich schwarz für seine Tochter anfertigen lässt, gestohlen wird und den Weg in die Hände eines in Armut lebenden Mädchens namens Nell fällt. Das Buch lehrt sie lesen, Selbstverteidigung und noch vieles mehr.
Man erlebt die Entwicklung der kleinen Nell, die zu Beginn der eigentlichen Geschichte ca. vier Jahre alt ist mit und wird über anfangs verwirrende Sprünge in der Zeit nach vorne bis in ihr Erwachsenenalter geführt.
Mehrere Stränge laufen am Ende zusammen und ergänzen einander während des gesamten Buches immer mehr, bis es am Schluss zu einem schlüssigen und wenig bombastischen Ende kommt. Das ist aber nichts Schlechtes, im Gegenteil. Es passt, es stimmt.
Die Figuren kommen lebensecht rüber. Der Proll von der Strasse aus dem ersten Satz verhält sich so wie man es erwarten kann. Das kleine Mädchen, dass allmählich zur Frau heranwächst auch. Die Personen sind glaubhaft, nicht überzeichnet.
Was die Handlung angeht, so könnte man sicher an der einen oder anderen Stelle etwas kürzen. Aber wenn ich ehrlich bin hätte ich es sogar lieber gehabt, wenn an manchen Stellen etwas ausführlicher geschrieben worden wäre. Manche interessante Figur hätte man vielleicht noch feiner ausarbeiten können. Aber zweidimensionale Charaktere habe ich eigentlich keine entdecken können.

Meine Meinung

Wer z.B. „Hyperion“ von Dan Simmons liebt (und nur vergleichbare Sachen liesst), dem mag dieses Buch vielleicht nicht gefallen. Es ist eher „unspektakulär“, aber sehr kontinuierlich ansteigend was allgemeine Spannung und Entwirrung der verschiedenen Erzählstränge anbelangt.

Fazit

Ich war positiv überrascht. Mir hat es gefallen, dass wirklich eine Geschichte, ein Wandel, eine Reise erzählt wurde.

Gesamteindruck

Sprache / Stil: 10/10
Figuren: 8/10
Handlung: 9/10
Schlusswertung: 9/10 Punkte

Diamond Age
Goldmann / 2001 / 576 Seiten
Neal Stephenson
ISBN: 978-3-442-45154-8

Selten hat mich ein Buch so …

… betroffen gemacht. Es ist „nur“ Sci-Fi. Und zuviel will ich auch noch nicht verraten, schliesslich will ich ja noch eine Rezi schreiben. Soviel sei aber gesagt: „Diamon Age“ von Neal Stephenson ist kein einfaches Sci-Fi Buch.
Zum ersten Mal seit ich einen Sci-Fi Roman lese erlebe ich ein ähnliches Gefühl wie eine der Figuren im Buch: Im muss wissen, ob eine andere Figur das Kapitel überlebt. Sie hat. Und danach musste ich erstmal tief durchatmen. Das Schicksal dieser einen Figur ging/geht mir an die Nieren. Aber Details gibts wenn ich das Buch durch habe. Das kann noch einen Moment dauern, irgendwie schaffe ich nie mehr als 30 – 40 Seiten am Stück.
Wenn sich das Buch weiterhin so hält, dann könnt ihr euch auf eine der positivieren Rezis in der SFCh auf raVenport freuen. 😉

Und WEHE es spoilert jemand, dem hetze ich Dojo und Dinosaurier im Doppelpack auf den Hals. (Insider) 😉

So, das wars für den Moment.

Leseliste für die Ravenport Sci-Fi Challenge

Der Dani Vega hat zusammen mit seinem Kumpel, dem Lordprong eine Sci-Fi Lese Challenge ausgerufen. Hier ist nun meine vorläufige Leseliste. Möglich, dass sie sich noch ändern wird, aber nicht mehr sehr wahrscheinlich.

Für mich ist fast alles dabei. Einige der hier aufgeführten Bücher lese ich nicht zum ersten Mal, andere „kenne“ ich dem Namen und ihrem Ruf nach und wieder andere sind mir gänzlich unbekannt. Aber das ist spannend, bis in etwas mehr als zehn Monaten werde ich wissen, ob aus meiner Sicht hauptsächlich Perlen oder eher Nieten darunter sind.

Ich will mit dieser Liste keinen der anderen Teilnehmer zu irgendwas bewegen, weder es mir (mit den Büchern die zu lesen sie beabsichtigen) gleich zu tun noch das Gegenteil. Es ist eher für mich, damit ich weiss, was auf mich zu kommt, damit ich Planen kann und sehe, welches Buch ich unter welchen Umständen lesen kann (Zeit und … äh, eigentlich nur Zeit, sie ist das entscheidende Kriterium).

Damit die Bücher leichter den einzelnen Stationen der Sci-Fi Challenge zugeordnet werden können habe ich deren Bezeichnung jeweils mit angegeben. Und dass manche Bücher in mehreren Stationen auftauchen, ist in erster Linie die Schuld deren Autoren, die ein „zu vielseitiges“ Werk geschaffen haben.

Sonne – „Solaris“ von Stanislaw Lem
Merkur – „Spektrum“ von Sergej Lukianenko
Venus – „Das Kantaki Universum – Diamant“ von Andreas Brandhorst
Erde – „Der letzte seiner Art“ von Andreas Eschbach
Mars – „Krieg der Klone“ von John Scalzi
Jupiter – „Perry Rhodan 2500 – 2525 – Stardust Zyklus“ von div. Autoren
Saturn – „Diamond Age“ von Neal Stephenson
Uranus – „Herr aller Dinge“ von Andreas Eschbach
Neptun – „Zeitschiffe“ von Stephen Baxter
Pluto – „Eine Handvoll Venus“ von Frederik Pohl, Cyril M. Kornbluth

Eine Erklärung oder Legende der Stationen findet man hier

BTW: Meldet euch doch auch für die Sci-Fi Challenge an, je mehr Leser und Rezensierer mitmachen desto besser und interessanter!

UPDATE: Es gab einige Umstellungen der Liste. Das hängt hauptsächlich damit zusammen, dass ich Bücher grade nicht finde (Umzug) oder sie mir doch „unpassend“ für die vorgesehene Station erscheinen.