[BdB-E-Book-Rezi] Das Land der sterbenden Wolken

Wieder einmal eine Rezi die ich euch, meinen lieben Lesern, aufgrund der guten Idee hinter der Seite Blogg dein Buch präsentieren kann.

Ein Fantasy Roman. Aufgrund einiger Szenen vielleicht nicht für die Kleinsten Leseratten geeignet. „Das Land der sterbenden Wolken“ von Thomas Lisowsky. Der Dotbooks Verlag war diesmal so freundlich, mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen. Meinen Dank an dieser Stelle.

Zu Kaufen gibt es dieses Buch beim Verlag direkt (siehe link oben). Da es sich um ein E-Book im .epub Format handelt, sucht man es bei Amazon vergebens.

Das Buch

… ist wie schon erwähnt ein E-Book. Es ist mein zweites E-Book über das ich eine Rezension schreibe. Sehr gut möglich, dass künftig noch mehr folgen werden. 😉

Und so beginnt es:

„Feuer erhellte den Nachthimmel.
Hunderte Menschen umstanden den weiten Veranstaltungsplatz, der von Laternen in allen Farben eingefasst wurde.“

Zusammenfassung

Kurz: Ein junger unzufriedener Magier und ein alternder Krieger auf Arbeitssuche sind unterwegs auf der Suche.
Etwas länger: Nairod und Raigar sind zwei Charaktere die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der eine ein junger Magier auf der Akademie der mit seinem Schicksal hadert. Er würde gerne über eine mächtige (sprich: vorzeigbare) Magieform verfügen. Stattdessen kann er nur aufheben, was andere Magier erschaffen haben. Ein Bannmagier. Eine höchst pazifistische Form der Magie, und das ist natürlich nichts für einen jungen Heisssporn. In gelüstet nach mehr, nach Macht. Da fällt ihm ein Buch in die Hand. Ihm, der sich wo immer möglich vor dem Lesen drückt. Aber dieses Buch ist anders. Er legt es nicht aus der Hand, liesst es in einem Rutsch durch. Und es verändert sein Leben.

Raigar ist ein mächtiger Hühne von einem Krieger der in so mancher Schlacht gekämpft hat. Nun ist er des Kämpfens überdrüssig. Zu allem Elend ist der Herrscher zur Überzeugung gelangt, dass alle ehemaligen Söldner und Krieger weggesperrt oder gar getötet gehören. Schliesslich passen sie so gar nicht in sein neues Friedensreich. Raigar lässt sich das aber nicht gefallen und endet schliesslich mit anderen die wie er gejagt werden auf der Flucht. Dabei begeben sie sich in grosse Gefahr, weil sie in das benachbarte Reich eines gefährlichen Nigromanten fliehen.

Meine Meinung:

Die Geschichte ist gut geschrieben. Der Autor schafft es meiner Meinung nach sehr gut den Ratschlag „Show don’t tell“ zu beherrzigen. Man kommt zwar nach und nach, aber trotzdem ziemlich rasch in die Geschichte rein. Auch die beiden Geschichten der Helden sind gut nachvolliehbar  und bildhaft beschrieben. Was mich jedoch ein bisschen gestört hat sind die vielen Figuren. Ein paar weniger hätten dem Roman gut getan. Und was ich persönlich irgendwie nicht verstanden habe ist, warum sich die Geschichten der beiden Helden so gut wie gar nicht überschneiden. Dem „Klappentext“ meinte ich zu entnehmen, dass die beiden aufeinandertreffen und sich aus der Unterschiedlichkeit eine gute Geschichte ergibt. Meiner Meinung nach hat Herr Lisowsky da einiges an Potential verschenkt. Und Raigar kam bei der ganzen Sache auch deutlich besser weg als Nairod fand ich. Nicht, dass Nairods Geschichte langweilig gewesen wäre, mitnichten. Aber irgendwie nimmt zumindest in meiner Erinnerung die Geschichte Raigars einen wesentlich grösseren Teil des Buches in Anspruch.

Fazit:

Irgendwas zwischen 3 und 4 von 5 Sternen. Leider nach meinem Gefühl eher zu 3 tendierend.

Grundsätzlich eine solide und gute Geschichte. Wenn mein erstes Buch auch so rauskommt bin ich zufrieden. 🙂

Titelbild "Das Land der sterbenden Wolken" von Thomas Lisowsky

 

Das Land der sterbenden Wolken
Dotbooks Verlag / 2012 / 414 Seiten – 1,19 MB
Thomas Lisowsky

ISBN: 978-3-943-83577-9

[SFCh-Rezi] „Solaris“ von Stanislaw Lem

Die Station:

Sonne – Klassische Sci-Fi.

Und so beginnt es:

»Um neunzehn Uhr Bordzeit stieg ich, vorbei an den Leuten, die den Schacht umstanden, über die Metallsprossen ins Innere der Kapsel hinab. Drinnen war gerade genug Platz, um die Ellbogen wegzuspreizen. Sobald ich das Ende in die Leitung geschraubt hatte, die aus der Wand hervorstand, blähte sich der Raumanzug auf, und von nun an konnte ich nicht die kleinste Bewegung mehr ausführen. Ich stand — oder hing vielmehr — im Luftbett, mit der Metallhülle in eins verfugt.«

Zusammenfassung

Kurz: Ein Psychologe soll den Wahnsinn auf einer Station auf einem Planeten mit vermeintlich intelligentem See untersuchen,
Etwas länger: dabei trifft er seine Jugendliebe, die gar nicht seine Jugendliebe, sondern eine immer komplexer werdende Kopie, aufgebaut aus einem den Forschern bis dato unbekannten Material – und darum auch beinahe unsterblich – ist.

Meine Meinung

Es ist schwierig ehrlich über ein Buch zu schreiben, das zehn Jahre älter ist als man selber und sich dabei nicht all die lieben Menschen um einen herum zu Feinden zu machen, die dieses Buch so toll finden. Am einfachsten liesse sich das bewerkstelligen – und vermutlich auch dahingehend, dass ich mir den einen oder anderen Bekannten und/oder Freund bewharen kann – indem ich ein vielsagendes Satzzeichen für mich sprechen lasse. Nämlich das Fragezeichen. Denn genau das ist es, was mir heute morgen, als ich das Buch endlich zu Ende gelesen hatte, vor meinem geistigen Auge schwebte. Man schaut sich dieses Buch an und denkt sich: „Pha, 288 Seiten, das liesst sich ja weg wie nichts.“ Denkt man sich. Weit gefehlt. Ich sass fast zwei Wochen daran. Vereinzelt hat es mir zu hervorragendem Schlaf verholfen, und das unter gänzlichem Verzicht auf entsprechende pharamzeutische Hilfsmittel.
Dabei war noch nicht mal die für meine Ohren etwas altbacken wirkende Sprache das grösste Problem. Das kann ja im Gegenteil sogar gar reizvoll sein. Nur wenn ich manchmal über eine halbe Seite hinweg nicht weiss, wer denn jetzt spricht und ob er überhaupt noch spricht, oder schon wieder denkt, Selbstgespräche führt oder als Erzähler auftritt, dann empfinde ich das vorsichtig ausgedrückt als mühsam.
Die Figuren wirkten auf mich seltsam behäbig, unlogisch und handelten für mich oft nicht nachvollziehbar. Sie hatten „zu wenig Fleisch“ an den Knochen. Wer oder was genau ist nun diese Frau und warum hat sie gemacht was sie zum Schluss gemacht hat?
Die Sprache ist wie schon erwähnt über 50 Jahre alt, was aber kein Nachteil sein muss. Allerdings scheint mir die Kombination aus über 50 Jahre altem Polnisch und einer Übersetzung ins Deutsche irgendwann zwischen damals und jetzt in ein über 50 Jahre altes Deutsch keine gute Vorasussetzung für einen Lesegenuss im Hier und Jetzt zu sein. Zu Deutsch: Ich mag keinen deutschen Text ins Deutsche übersetzen wenn ich einen Roman lese.
Zum Schluss: Was hat bitteschön „Solaris“ mit Sci-Fi zu tun? Überall bekomme ich um die Ohren geschmissen, das Buch wäre ein Klassiker der Sci-Fi. Ich denke, die meisten die solcherlei Unsinn verzapfen haben das Buch im Besten Falle als Staubfänger im Regal stehen, mitnichten jedoch jemals lesenderweise sich zu Gemüte geführt.

Fazit

Leider keine Kaufempfehlung. Herr Lem hätte sich meiner Meinung nach lieber als Philosoph und/oder Lyriker betätigt.

Gesamteindruck

Sprache / Stil: 6/10
Figuren: 6/10
Handlung: 2/10
Schlusswertung: 5/10 Punkte

Solaris
List / 2006 / 288 Seiten
Stanislaw Lem
ISBN: 978-3-548-60611-8