[SFCh-Rezi] „Spektrum“ von Sergej Lukianenko

Die Station:

Merkur – „Junge“ Sci-Fi

Und so beginnt es:

»Jeder empfindet seit den Tagen Alexander Sergejewitsch Puschkins den Besuch bei seinen alten Verwandten nicht nur als eine unerlässliche Pflicht, sondern sieht darin auch ein Gebot für einen wohlerzogenen Menschen, und Martin hegte nicht die Absicht, selbiges zu ignorieren.
Indes bewegte ihn nicht allein Höflichkeit, nein, er freute sich aufrichtig darauf, seinen Onkel wiederzusehen, mit ihm in der Küche bei einer Tasse Kaffee zusammenzusitzen und über ein belangloses, unwichtiges Thema zu plaudern oder – ganz im Gegenteil – mit ihm jene philosophischen Probleme zu erörtern, deren Lösung die Menschheit bislang noch nicht zu finden vermocht hatte.«

Zusammenfassung

Kurz: Ein Privatdedektiv sucht nach einem verschollenen Mädchen und stösst dabei auf deren sieben.
Etwas länger: Martin Dugin hat sich auf das Auffinden von vermissten Personen spezialisiert. „Vermisst“ bedeutet hierbei, dass ihnen keine Geschichte einfällt, die den „Schliessern“ gefällt.

Meine Meinung

Die Idee Geschichten als Bezahlung für die Passage durch Tore, die interstellare Reisen ermöglichen ist vielleicht nicht total originell. Ähnliches mag es schon gegeben haben. Dass aber Martin Dugin, ein „Läufer“ (einer der wie mühelos Geschichten aus dem Ärmel schüttel die den Schliessern gefallen), auf der Suche nach einem Mädchen gleich deren sieben findet und zum Schluss vor eine ungeheuer schwere Entscheidung gestellt wird, weil er neben all den sieben Versionen des einen Mädchens, eine Art „Stein der Weisen“ im Quadrat, findet.
Viel Sci-Fi, keine Raumschiffe und -schlachten, interessante Aliens, manchmal provokante Anspielungen, all das und noch mehr bekommt man in diesem Buch, das ich mir wie einige andere meiner Challenge-Bücher als Hörbuch reingezogen habe.
Die Geschichte ist spannend und nicht vorhersehbar. Die Figuren sind plastisch und haben zu Beginn der Geschichte mehr als genug Potential, das während der Geschichte gut, aber nicht vollständig, ausgeschöpft wird. Und die Sprache wirkt, wie soll ich sagen, zu Beginn etwas gestelzt. Das legt sich aber mit der Zeit, und da es bei dem Buch ja auch um Geschichten geht, verträgt es einen etwas ungewöhnlichen Umgang mit der Sprache sehr gut.
Zum Buch kann ich soviel nicht sagen, aber ich mag David Nathan als Sprecher.

Fazit

Kauf- und Hörempfehlung.

Gesamteindruck

Sprache / Stil: 9/10
Figuren: 8/10
Handlung: 10/10
Schlusswertung: 9/10 Punkte

Spektrum
Heyne / 2007 / 700 Seiten – Audible / 2007 / 22h 39m
Sergej Lukianenko
ISBN: 978-3-453-52233-6

[SFCh-Rezi] „Das Kantaki Universum – Diamant“ von Andreas Brandhorst

Die Station:

Venus – Soft Sci-Fi.

Und so beginnt es:

»Sol-System
17. September 2075
Mutter Rrirk stakte in den Pilotendom, den Raum, der das Zentrum der
hyperdimensionalen Struktur ihres Schiffes bildete. Flüsternde und
raunende Stimmen begleiteten sie, kamen sowohl von den vielen
Segmenten des Schiffes, durch die Bindungskräfte existenzieller
Harmonie zusammengehalten, als auch aus dem Transraum und seinen
zahllosen Fäden, die sich zwischen allem Existierendem spannten.«

Zusammenfassung

Kurz: Das Schicksal zweier Menschen hängt zusammen und von ihm hängt das Schicksal des Universums ab.
Etwas länger: Lidia DiKastro will Xeno-Archäologie studieren und Rungard Avar Valdorian, der Magnatensohn und künftiger Führer einer der beiden grossen Wirtschaftsmächte im von Menschen besiedelten Raum verliebt sich in sie.

Meine Meinung

Zuerst könnte man tatsächlich meinen, es gehe um die Beziehung dieser beiden enorm gegensätzlichen Menschen. Denn Lidia entdeckt, dass sie über „die Gabe“ verfügt. Sie lässt sich zur Kantaki-Pilotin ausbilden und so trennen sich die Wege der zwei Liebenden. Allerdings sind ihre Schicksale derart miteinander verknüpft, wie es noch nicht mal der nichts dem Zufall überlassende Valdorian ahnt. Er denkt, er zieht sämtliche Fäden. Er ist aber auch sonst ziemlich egozentrisch.
Ganz anders Lidia. Sie ist eine Träumerin. Sie möchte das Universum sehen. All die Wunder die es birgt. Deswegen wird sie Kantaki-Pilotin, weil die Kantaki, eines der ganz alten Völker, gewissermassen „ausserhalb“ der Zeit leben.
Glücklicherweise verzichtet Andreas Brandhorst darauf, sich zu sehr in technischen Details zu verlieren. Er beschreibt die Geschichte, den Wandel den zwei Personen durchleben. Wobei sich beide nicht wirklich „ändern“, ihre charakterlichen Grundzüge treten aber während dieses ersten von drei Bändern immer deutlicher hervor. Immerhin umfasst das Buch einen Zeitraum von etwa 120 Jahren.
Die Figuren sind zu beginn ganz normal, fast ein wenig langweilig. Sie werden jedoch wie gesagt im Laufe der Geschichte immer plastischer und glaubhafter.
Was mich am Stil etwas gestört hat war, dass Herr Brandohrst stark zu Wiederholungen zu neigen scheint. Er wiederholt sich, zwar nicht oft, aber einige Themen, Begriffe, Situationen werden von ihm immer mal wieder wiederholt. 😉
Ich habe das Buch nicht gelesen, sondern das Hörbuch gehört. Zu Beginn hatte ich Mühe mit Ernst Meincke, dem Sprecher, fand ihn langweilig. Aber das Buch oder die Geschichte, die Personen sind das zu Beginn auch. Mit Fortschreiten der Geschichte verschwindet auch dieser Eindruck.

Fazit

Ich bin grade dabei, „Metamorph“, den zweiten Band der Kantaki-Trilogie zu hören und werde mir auch den drittel Teil noch bei Audible besorgen. Zu Deutsch: Kaufempfehlung.

Gesamteindruck

Sprache / Stil: 8/10
Figuren: 9/10
Handlung: 10/10
Schlusswertung: 9/10 Punkte

Das Kantaki Universum – Diamant
Heyne / 2006 / 589 Seiten – Audible / 2008 / 11h 20m
Andreas Brandhorst
ISBN: 978-3-453-87901-0

[SFCh-Rezi] „Perry Rhodan – 2500 – Projekt Saturn (Stardust-Zyklus)“ von Frank Borsch

Die Station:

Jupiter – Space Operas

Und so beginnt es:

»Sterne glitzern, malen unbekannte Bilder in den Himmel einer fremden Welt.
Der alte Mann sitzt auf einem Felsen. Tau ist auf seinem weißen Bart gefroren, doch er friert nicht. Eine Superintelligenz kann nicht frieren.«

Zusammenfassung

Kurz: Perry Rhodan beschaut sich ein riesiges Weltraum-Artefakt und zieht die Menschheit in einen Konflikt mit technologisch weit fortgeschrittenen Aliens,
Etwas länger: aus dem er sie mit allergrösster Wahrscheinlichkeit durch Standfestigkeit, Direktheit, Ehrlichkeit, Mut, den Glauben an das Gute im Menschen oder allen Freunden der Menschen und noch vielem mehr, wieder herausholt.

Meine Meinung

Ich bin noch nicht bis zum Ende des Stardust-Zyklus vorgestoosen, werde das aber noch nachholen. Was sich aber für mich aus Band 2500 abgezeichnet hat ist die Art und Weise, wie die PR Autoren sich dem Thema nähern. Scheinbar immer zu einem kleinen Scherz aufgelegt. Zumindest ist das der Eindruck, den man von der Lektüre von „Projekt Saturn“ und den folgenden Heften gewinnen kann, nicht zwingend muss.
Die Sprache ist zumindest in Band 2500 ziemlich flapsig finde ich. Vielleicht kommt das aber auch nur durch den Sprecher, der wie ich finde seine Sache sehr gut macht, so rüber. Der Stil sowohl der Sprache als auch des Inhalts (man kennt in „Pistolen gebannte Sonnen„, aber nicht mehr als fünf (5) Dimensionen?) ist passend, aber nicht sehr konsistent finde ich. Wenn schon technologische Anpassungen an die heutige Zeit, dann bitte auch wissenschaftliche. Sonst erinner mich das immer an Flash Gordon und den Wunderkerzen-Antrieb.
Die Handlung ist natürlich eingebettet ins PR-Universum. Man lernt sogar – wenn nicht schon von früher bekannt – ES kennen. Überhaupt gefällt mir die Art und Weise, wie erzählt wird: Nicht zu knapp, nicht zu detailliert und langatmig. Eigentlich wie man es erwartet. Und das ist gut so, seit nunmehr über 50 Jahren. Muss also was dran sein.
Über den ganzen Startdust Zyklus kann ich noch nicht viel sagen, aber was ich bisher gehört und gesehen habe gefällt mir gut.

Fazit

Kaufen oder sich das gratis Hörbuch des Heftes 2500 bei Audible ziehen.

Gesamteindruck

Sprache / Stil: 9/10
Figuren: 8/10
Handlung: 9/10
Schlusswertung: 9/10 Punkte

Perry Rhodan – 2500 – Projekt Saturn (Stardust Zyklus
Pabel-Moewig Verlag / 2009 / 700 Seiten – Audible / 2007 / 22h 39m
Sergej Lukianenko
ISBN: 978-3-453-52233-6