Wo Bücher nicht nur riechen, sondern „atmen“

Ja, und zwar nicht nur Luft, sondern Geschichte.

Du kaufst Bücher bevorzugt bei Amazon oder liebst deinen e-book Reader mehr als alles Papier der Welt? Dann solltest du jetzt vielleicht nicht weiterlesen. Es wäre Zeitverschwendung.

 

Ich war letzte Woche in London und da gehört ein bisschen Shopping einfach dazu.

Auf dem Piccadilly kamen wir dann zufällig an einem Buchladen vorbei. Jedenfalls dachte ich das. Denn Hatchards ist nicht _irgendein_ Buchladen. Es ist vielmehr der älteste Buchladen in London. Ich gehe also rein und bereits beim Eingang, nein, schon beim Betrachten der Schaufenster merke ich, da ist irgendwas anders.

Ich gehe rein, frage den Verkäufer nach etwas und dieser vermittelt mir in ein paar wenigen Worten, dass er hier gerne arbeitet, dass es ihm nicht nur Spass macht, sondern er es vielmehr als Aufgabe sieht, wenn nicht sogar als Berufung.

Im dritten Stock angekommen – ich habe fast erwartet, dass der Lift noch ein Gitter hat und drinnen jemand fragt in welches Stockwerk ich möchte – trete ich in einen der Räume und es dauert ein paar Sekunden bis die Gefühle bei mir ankommen. Plötzlich werde ich von einem überrumpelt. Dem, noch nie in einem BUCHLADEN gewesen zu sein. In dekorativ aufgemotzten Lagerräumen mit Bezahlmöglichkeit an den Ausgängen, ja, aber nicht in einem Buchladen. Ich kann kaum in Worte fassen, wie sehr mich dieses Gefühl überrannt hat. Völlig unverständliche Emotionen und ich musste dagegen ankämpfen, mich da drin nicht lächerlich, oder besser weinerlich, zu machen/zeigen.

Nüchtern betrachtet macht der Laden vielleicht nicht sooooo viel her, aber wenn Bücher, Geschichte und das alles noch in einem schönen Ambiente zusammenkommen dann setzt es bei mir einfach aus. Natürlich habe ich zwei Bücher gekauft. Für meine Grosse, die Kleine interessiert sich noch nicht so für Bücher, ausser zum Besabbern.

 

Mich würde interessieren, ob und wenn ja welche speziellen Erfahrungen ihr in Buchläden gemacht habt. Schreibt doch in den Kommentaren was euch in diesen Hallen des literarischen Kommerzes schon positives (hoffentlich nur) widerfahren ist. Ich freue mich darauf.

 

Buchglücksfund

Eben ging ich aus dem Büro zu einem Kunden. Heute ist Mittwoch und an vielen Orten in der Stadt Papiersammlung. Als ich an einer Tüte mit einem Bündel Papier vorbeikam, sah ich mit einem Mal, dass da noch mehr drin war: BÜCHER! Und zwar alles Hardcover. So wie sie aussehen alle höchstens einmal gelesen und mit einer mir schleierhaften Sorgfalt behandelt. Schleierhaft darum, weil ich Bücher NIE so weg“werfen“ würde. Dazu bräuchte ich nicht die Umwelt und deren Schutz (das Papier muss ja verbrannt oder auf andere Art wiederverwertet werden). An anderer Stelle habe ich ja schon erwähnt, dass ich Bücher, die ich nicht mehr „will“ höchstens verschenken oder verkaufen würde.

Was mich aber besonders gefreut hat war der Umstand, dass, als ich ca. 40 Minuten später nach getaner Arbeit den Kunden wieder verliess, die Laster für die Papiersammlung schon durch die Strasse gefahren waren. Ich kam also genau rechtzeitig um die armen Kulturgüter zu retten! *freu*
Hier nun eine Liste der Fundstücke:

Mit Ausnahme von „Limit“ waren es alles Bertelsmann-Club Ausgaben, aber egal. Eigentlich hat mich auch das letzte auf der Liste überhaupt erst auf die Tüte mit den Büchern aufmerksam gemacht.

Vermutlich werde ich den Club-Büchern bald die Freiheit wieder schenken. Hat jemand Erfahrung damit? Da gibt es doch so Seiten …

Das erste Buchstöckchen

Dani Vega von http://ravenport.ch hat auf seiner Seite ein Buchstöckchen liegen lassen und ich dachte mir: „Bevor ein Hund kommt und es für einen Knochen hält nehme ich es auf und …“ Ja, was und? Mal schauen.

Mit diesen Buchstöckchen verhält es sich folgendermassen: Man stolpert oder wird gestolpert über einen kleinen Fragebogen zu einem Thema, hier zu Lese- und Buchvorlieben. Man übernimmt die Fragen und beantwortet  sie selber. Und schon wieder liegt ein neues Stöckchen zum Mitnehmen  bereit, das man auch jemandem zuwerfen kann. Und hier schauen wir. Ich mag nämlich heute auch nicht werfen. Aber ich verkünde laut: HIER LIEGT EIN STÖCKCHEN!

Gebunden oder Taschenbuch?
Eigentlich gebunden. Aufgrund des Preises und der Tatsache, dass ich gebundene Bücher nicht (mehr) ausleihen kann (dazu unten mehr) tendiere ich ausser bei ganz speziellen Werken oder wenn ich einfach zu ungeduldig bin um auf das Taschenbuch zu warten zu eben diesem.

Amazon oder Buchhandel?
Wenn ich „ein Buch“ will und mich in der Wahl unterstützen und inspirieren lassen will: Buchhandel, ganz klar. Wenn ich genau weiss was ich will und es das im Buchhandel vielleicht auch nicht (mehr) gibt: Amazon.

Lesezeichen oder Eselsohr?
LESEZEICHEN! Was ist das überhaupt für eine Frage? Das ist mit ein Grund, warum ich nur noch ungerne Bücher ausleihe. 🙁

Ordnen nach Autor, Titel oder ungeordnet?
Es gibt eine Ära der OvT und UnT. Grundsätzlich zuerst nach Gebiet/Thema, dann wenn möglich nach Genre, Autor.
OvT= Ordnung vor Tochter
UnT= Unordnung nach Tochter

Behalten, wegwerfen oder verkaufen?
Am liebsten natürlich behalten. Verkaufen oder Menschen, von denen ich weiss, dass die Bücher zu schätzen wissen, schenken.

Mit Schutzumschlag lesen oder ohne?
Mit, sonst verliere ich ihn. Was schade wäre.

Schutzumschlag behalten oder wegwerfen?
Behalten. Wenn er gut gemacht ist gehört er zum Buch. Wenn nicht … gehört er trotzdem zum Buch. Bisher hat mich erst einmal ein Umschlag vom Kauf eines Buches / einer Serie abgehalten. Und zwar weil alle den Umschlag als soooooo toll hervorgehoben haben und erst nach mehrmaligem Nachfragen auf den Inhalt eingingen, der mich dann aber schon nicht mehr begeistern konnte. 🙁 Schade Herr Martin …

Kurzgeschichte oder Roman?
Roman. Zwischendurch gerne auch Kurzgeschichten. Aber auf Dauer ist mir das zu anstrengend. Ich mag ausführliche, abgeschlossene Geschichten.

Aufhören wenn man müde ist oder das Kapitel zu Ende ist?
Wenn ich müde bin ergibt sich das von selbst. Nachdem ich das n-te Mal den gleichen (Ab)Satz gelesen habe lege ich das Buchzeichen rein und klappe das Buch zu.

„Die Nacht war dunkel und stürmisch…“ oder „Es war einmal…“?
Ja, ich kenne die Peanuts und mag sie auch. Aber ich würde trotzdem keines von Snoopys Büchern kaufen 😉

Kaufen oder Leihen?
Eigentlich kaufen. Ich hatte mal einen Ausweis einer Leihbibliothek und fand dort auch die eine oder andere Perle. Grundsätzlich aber lieber kaufen. Ein Regal voll gelesener (irgendwann) Bücher im Wohnzimmer oder gar der Bibliothek stehen zu haben ist was tolles. 😉

Neu oder gebraucht?
Das ist egal, wenn das Gebrauchte noch in gutem Zustand ist.

Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung, Stöbern?
Die mit Abstand höchste „Erfolgschance“ bietet mir die persönliche Empfehlung. Das kann entweder von einem Freund oder aber vom Buchhändler des Vertrauens sein. Stöbern ist manchmal auch nett. Rezensionen von Menschen, die ich nicht kenne (oder umgekehrt) sind meist nicht so zuverlässig. Und das andere da, diese „…listen“ taugen überhaupt nicht.

Geschlossenes Ende oder Cliffhanger?
Wenn es eine Serie ist, bei der der Autor noch lebt, dann darf es – bis auf den letzten Band – ein Cliffhanger sein.

Lesen: morgens, mittags oder nachts?
Mittags. Morgens habe ich keine Zeit und Nachts kann ich nicht lange genug wach bleiben.

Einzelband oder Serie?
Ich bevorzuge Serien. Einzelbände sind meist zu schnell fertig.

Lieblingsserie?
„Herr der Ringe“, „Otherland“, „Sternenspiel“, „Narnia“, „Perelandra“, „Trolle“ …

Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand etwas gehört hat?
Kürzlich habe ich jemandem ein Buch empfohlen welches diese Person tatsächlich noch nicht gelesen hatte. „Ex Libris: Bekenntnisse einer Bibliomanin“. Übrigens eines der Bücher, das ich mir zuerst ausgeliehen und nachdem ich es gelesen auch gekauft hatte.

Lieblingsbuch, das Du letztes Jahr gelesen hast?
Eines der herausragenden Bücher der letzten Jahre war „Die Stadt der Träumenden Bücher“

Welches Buch liest du gegenwärtig?
„Solaris“ von Stanislaw Lem und als Hörbuch „Sternenspiel“ von Sergej Lukianenko

Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten?
Gibts nicht. Aber „Die Stadt der Träumenden Bücher“ kommt dem schon sehr nahe. Es ist eines der Bücher bei denen ich mir nach dem Lesen gewünscht habe, es nochmal so lesen zu können, als ob ich es noch nicht gelesen hätte. Das ist selten.

Lieblingsautoren?
Puhh … ne. Die Liste würde zu lange und damit die Frage bzw. die Antwort ad absurdum führen.

So, nun kann, wer mag, das Stöckchen dem nächsten potentiellen Hund vor der Nase wegschnappen. Viel Spass! :)