[BdB-Rezi] ZERO. Sie wissen, was du tust

Wieder einmal eine Rezi die ich euch, meinen lieben Lesern, aufgrund der guten Idee hinter der Seite Blogg dein Buch präsentieren kann.

„ZERO. Sie wissen, was du tust“ von Marc Elsberg. Der Blanvalet Verlag war diesmal so freundlich, mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen. Meinen Dank an dieser Stelle.

Zu Kaufen gibt es dieses Buch beim Verlag direkt oder auch bei Amazon

Das Buch

Ein Hardcover. Das Titelbild ist nett, hat für mein Verständnis aber wenig mit dem Thema des Buches zu tun. Was mir hingegen sehr gefällt ist der Vorsatz. Es ist nicht aufdringlich, aber die Nullen und Einsen haben was mit dem Inhalt zu tun. Kommt gut.

Der Autor

Marc Elsberg war mir bis dato gänzlich unbekannt. Was hauptsächlich damit zusammenhängt, dass meine Lesevorlieben woanders liegen. Aber lassen wir ihn doch selber zu Wort kommen.

Und so beginnt es:

„Peekaboo777:
Alle bereit? Danach gibt es für keinen von uns mehr einen sicheren Platz auf der Welt.“

Zusammenfassung

Kurz: Sie wissen nicht nur was du tust, sondern auch was du tun wirst.
Etwas länger: Wem kann man noch trauen in einer Gesellschaft, in der jeder alles über jeden in Erfahrung bringen kann? Nachdem Cynthia auf eine Gruppe von Internetaktivisten angesetzt wurde beginnt sie sich das auch zu fragen. Es geschehen seltsame Dinge, Zufälle, ohne ersichtlichen Zusammenhang. Als Printjournalistin bei einer britischen Tageszeitung ist sie es jedoch gewohnt, unter die Oberfläche zu schauen. Was sie dort findet ist nicht nur brisant, sondern auch gefährlich. Gefährlich für sie und ihre Lieben. Gefährlich für alle. Und plötzlich erhält sie Hilfe von unerwarteter Seite.

Stil:

Kurz und knapp, wie ein guter Thriller anscheinend sein muss. Ich kenne mich mit Thrillern nicht so gut aus, aber wenn ich ein 480 Seiten Buch in knapp vier Tagen während des Arbeitsweges und der Mittagspause durchhabe, muss der Autor irgendwas richtig gemacht haben.

Figuren:

DAS hat mir besonders gefallen. Sie sind glaubhaft. Echt. Die alleinerziehende Mutter, die Tochter, der Antagonist, die „Sekundärbösewichte der 3-Buchstabenbehörden“, ZERO. Einfach toll. Und auch die Entwicklung die z.B. Cynthia und Viola durchmachen ist nachvollziehbar und glaubhaft. Auch was die Figuren ausmacht, wie sie sich verhalten ist, zumindest bei den Perspektivfiguren, sehr gut gemacht. Die, bei denen das nicht so ist, sind zwar nicht bloss Lückenfüller, aber sie verblassen im Vergleich zu Cyn, Vi, Eddie und Carl. Vielleicht konnte ich deshalb den Stabschef lange nicht vom FBI Vizedirektor unterscheiden.

Sprache:

Man hört die einzelnen und unterschiedlichen Figuren. Man erkennt den Unterschied zwischen 18-jährigem Mädchen und Journalistin eines totgesagten Mediums oder dem Typen mit seiner Persönlichkeitsstörung. Sollte ich jemals einen Thriller schreiben wollen habe ich nun ein gutes Beispiel an dem ich mich orientieren kann.

Fazit:

Ich überlege, ob ich den Schulen in die meine Kiddies gehen werden dieses Buch nicht als Pflichtlektüre empfehlen soll.

Ein echter Augenöffner. Für jeden der denkt, er hätte nichts zu verbergen und auch für alle anderen: Kaufempfehlung! Aber ich muss das ja nicht empfehlen, ich weiss ja bereits, dass ihr es wollt. 5 von 5 Sternen.

ZERO. Sie wissen, was du tust
Blanvalet / 2014 / 480
Marc Elsberg
ISBN: 978-3-7645-0492-2

[BdB-Rezi] Bob, der Streuner

Wieder einmal eine Rezi die ich euch, meinen lieben Lesern, aufgrund der guten Idee hinter der Seite Blogg dein Buch präsentieren kann.

Wieder eine Mischung aus Teilen einer Autobiographie und einem Sachbuch. Autobiographie ist klar warum (Mann während Drogenentzug trifft und hilft Streuner, dem er und der ihm hilft. „Bob, der Streuner“ von James Bowen. Der Bastei Lübbe Verlag war diesmal so freundlich, mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen. Meinen Dank an dieser Stelle.

Zu Kaufen gibt es dieses Buch beim Verlag direkt (siehe link oben) oder auch bei Amazon

Das Buch

Es ist ein Paperback mit Bob, der gar nicht mehr wie ein Streuner ausschaut, vornedrauf. Es zeigt deutlich, wer aus Sicht des Autors die Hauptperson in diesem Buch ist.

Und so beginnt es:

„Das Glück liegt auf der Strasse, sagt ein Sprichwort. Man muss es nur aufheben. Aber die meisten Menschen gehen achtlos daran vorüber.“

Zusammenfassung

Kurz: Ex Junkie trifft verwahrlosten Kater. Zuerst päppelt er ihn auf, dann umgekehrt.
Etwas länger: James Bowen hat viele Probleme. Eines davon ist seine Vergangenheit. Er ist ein Ex Junkie und hält sich als Strassenmusiker über Wasser. Ich möchte richtig verstanden werden, ich denke tatsächlich, dass das ein beinharter Job sein muss. Jedoch ist er, wie er selbst sagt, selbst schuld an seiner Situation. Auch hier bitte ich, mich nicht misszuverstehen. Genau diese Einstellung macht mir James Bowen sympathisch. Ich finde es schade und wenig hilfreich wenn immer die gleichen Geschichten runtergerasselt werden. Nur man selbst, nein, trägt natürlich keine Schuld. James sieht seine Situation klar vor sich: Wenn sich nicht bald was ändert, ist es nur eine Frage kurzer Zeit, dass es mit ihm zu Ende geht.
Und da trifft er Bob. Bob war zu jenem Zeitpunkt ein kümmerliches Häufchen Elend mit einigen wenigen Fellstellen, grade noch als Katze erkennbar. Und der liegt vor James‘ Wohnungstür. Ja, er wohnt nicht auf der Strasse, immerhin hat er sowas wie ein Einkommen und nimmt am Methadon Programm teil.
James Bowen beschreibt aus seiner Sicht, wie sich die Freundschaft zwischen Bob und ihm entwickelt und wie der Kater einen immer stärkeren und positiven Einfluss auf sein Leben ausübt. Das beginnt bei der Notwendigkeit eines strikten Tagesablaufs (schon mal einen geschlechtsreifen und unkastrierten Kater in der Wohnung gehabt? ) und hört nicht mit Arztbesuchen auf, die James zeigen, dass er gebraucht wird und letztlich sogar Verantwortung übernehmen muss.

Meine Meinung:

Obwohl klar ist, dass James Bowen das Buch nicht ohne Hilfe anderer geschrieben hat (er erwähnt selber an einer Stelle den Schriftsteller, mit dem er zusammengearbeitet hat), ist mir die Schreibe manchmal etwas zu einfach. Nicht die Sprache, die ist sehr gewählt. Herr Bowen legt für einen Strassenmusiker und Ex-Junkie Umgangsformen an den Tag, da könnte sich manch ein Schlipsträger ein paar dicke Scheiben von abschneiden.
Nein, was ich meine sind z.B. häufige Wiederholungen. Der ganze Text wirkt so, als ob nichts geplant ist, James einfach draufloserzählt was ich grade einfällt und der Ghostwriter dann mitschreibt. Und dabei wäre es natürlich natürlich, dass man sich wiederholt, es stört aber trotzdem.
Vom Inhalt kann ich sagen, dass ich solche Geschichten eigentlich schön, wenn zuweilen auch etwas kitschig finde. Nichts desto Trotz ist es schön zu sehen und zu lesen, wie Menschen ihr Leben wieder in den Griff bekommen. Dass sie dabei vermeintliche oder reale Hilfe von z.B. einer Katze bekommen ist Nebensache. Wichtig ist die Veränderung, die sowohl James als auch Bob, der im übrigen schon länger eine Youtube Berühmtheit ist, durchleben.
Man erlebt viele Hochs und auch einige Tiefs, denn es geht hier um reale Personen. Man schaut nicht nur zu, liesst das Buch und legt es wieder weg.

Fazit:

Für Freund von Katzen und einem guten und nicht allzukitschigen Happy End eine Kaufempfehlung. 4 Sterne.

Bob, der Streuner
Bastei Lübbe / 2013 / 252
James Bowen
ISBN: 978-3-404-60693-1

[Rezi] „Kreativ mit der Matrix“ von Richard Norden

Zusammenfassung

Kurz: Ein Schreibratgeber, der sich einem „kleinen“ aber wichtigen Gebiet annimmt.
Etwas länger: Es geht wie der Titel schon sagt um Kreativität und wie man sie mit Hilfe von einfachen Techniken ankurbeln kann.

Meine Meinung

Ich muss gestehen, dass ich mir nicht das ganze e-book durchgelesen habe, nur den Teil, der mir im Moment grade für mich wichtig erscheint: Die Einleitung und Kurzgeschichten. Das mag dem einen oder anderen zwar als brotlose Kunst erscheinen, aber ich habe da soviele Ideen im Kopf die einfach nicht vorwärts zu gehen scheinen, dass ich mir gedacht habe, ich schau mir diesen kleinen Ratgeber mal an. Und ich muss sagen, die Ideen darin haben mich überzeugt.

Die Grundidee ist so simpel wie genial: Verbinde Bekanntes immer wieder neu miteinander. Allerdings geht das Buch etwas über diese Grundidee hinaus. Es erklärt nämlich, wie diese Matrix funktioniert, wie man sie handhabt, woher sie stammt, wie sie sich entwickelt hat.

Der Autor geht kurz und knapp, aber hinreichend ausführlich auf das Thema ein. So muss ein solches Buch sein. Kein Ballast, direkt zum Ziel.

Fazit

Grundsätzlich mangelt es ja nicht an Ideen. Aber manchmal kann es nicht schaden, diese frisch zu beleben. Dafür ist dieses e-book ideal.
Empfehlung: Kaufen und Lesen. Die rund € 3.- die dieses E-Book kostet sind eine lohnende Investition.

Titelbild "Kreativ mit der Matrix" von Richard Norden

Kreativ mit der Matrix
Amazon (Kindle Edidtion) / 2013 / ca. 58 Seiten
Richard Norden

[BdB-Rezi] Jesus

Wieder einmal eine Rezi die ich euch, meinen lieben Lesern, aufgrund der guten Idee hinter der Seite Blogg dein Buch präsentieren kann.

„Jesus“ von Timothy Keller. Teils nacherzählte und erklärte Biographie, teils Lehrbuch.

Der Brunnen-Verlag war diesmal so freundlich, mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen. Meinen Dank an dieser Stelle.

Zu Kaufen gibt es dieses Buch beim Verlag direkt (siehe link oben) oder auch bei Amazon

Das Buch

Ein Hardcover mit ziemlich auffälligem weissem Schutzumschlag. Die Vorderseite wird von zwei sehr markanten „Dingen“ gekrönt: Dem Namen Jesus (dem Titel des Buches) und einem Teil der Dornenkrone.

Und so beginnt es:

„Zu meiner Überraschung ist dem historischen Jesus in unserer Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten ein zunehmendes Interesse zuteilgeworden.“

Zusammenfassung

Kurz: Jesus war ein Mann der Tat, nicht nur des Wortes.
Etwas länger: Wenn man Markus, einen Zeitgenossen von Petrus und dessen Schreiber / Sekretär zu Wort kommen lässt und sich mit diesen Worten intensiver beschäftigt merkt man schnell, dass Jesus nicht nur schöne Worte zu bieten hatte, sondern tat was er predigte. Diese Taten zeigt Timothy Keller der Reihe nach auf. Auf 250 Seiten vollbringt der Autor das Kunststück stichhaltige Belege für die Echtheit der Schilderungen im Markus Evangelium vorzubringen. Auch zeigt er auf, dass es zumindest äusserst unwahrscheinlich ist, dass damals nicht passierte was geschrieben steht. Viele der Stationen im Markus Evangelium, bzw. wie sie beleuchtet wurden werfen ein wohltuend realitätsbezogenes Licht auf Jesus. Der war kein abgehobener Guru oder ein religiöser Haarspalter. Er stand im Leben und zeigt uns, wie wir das unsere leben können und sollen, nämlich als Täter des Wortes Gottes.

Meine Meinung:

Ich höre oft Sätze wie „Ja natürlich, gewiss war er ein grosser Lehrer. Das bestreite ich ja gar nicht. Aber Gottes Sohn? Oder gar Gott selbst? Das zu glauben ist doch ein bisschen zuviel verlangt.“ oder „Wahrheit ist überall gleich, warum masst sich das Christentum (nicht etwa die Bibel oder Jesus) an, die Wahrheit für sich alleine gepachtet zu haben?“ Ist das so? Wer beim Namen Jesus ähnliches denkt, für den ist dieses Buch genau das Richtige. Aber Vorsicht, er oder sie könnte – bei unvoreingenommenem Geist – eines Besseren belehrt werden. Für wen Jesus der Erlöser ist, dem kann dieses Buch eine schöne neue Sichtweise auf den Sohn Gottes vermitteln. Eine wahrhaft lebendige Sichtweise. Denn genau das ist er, und das kommt in diesem Buch wunderbar durch: Lebendig. Und wer lebendig ist, der tut auch was. Nicht bloss atmen und verdauen.
Mich hat das Buch wieder angespornt, zu tun. Nicht in blinden Aktionismus zu verfallen, sondern mir Jesus als Beispiel und Vorbild zu nehmen. Er war friedfertig und langmütig. Das will ich auch sein. Er hat dort, wo es angebracht war, die Peitsche geschwungen, Tische umgeworfen und die Händler und Geldwechsler aus dem Tempel getrieben. Nun, am Temperament mangelt es vielleicht nicht, nur möchte ich es richtig kanalisiert wissen. Wie das geht? Der erste Schritt ist ganz einfach: Folge Jesus. Und dann wird es spannend. Glaubst du nicht? Dann habe ich für den Moment zwei Leseempfehlungen: Dieses Buch und DAS Buch. Du weisst schon, das meistverkaufte, von dem es (Teil)Übersetzungen in mehreren tausend Sprachen gibt und in vielen Haushalten traurig vor sich hinstaubt.

Fazit:

Kaufen, was sonst?

Jesus
Brunnen-Verlag / 2012 / 250 Seiten
Timothy Keller
ISBN: 978-3-765-51224-7

Mein SUB und die Tageslänge

Bei uns in der Stadt gibt es einen Laden, eine „Bücherbrocky“. Ja, das ist genau das wonach es sich anhört. Ein Laden mit ganz vielen Quadratmetern (keine Ironie) und übermannshohen Regalen, voll mit allem erdenklichen Lesestoff.

Das Gemeine ist, es hilft nicht dabei meinen SUB zu verkleinern. Im Gegenteil. Was das mit der Tageslänge zu tun hat dürfte jedem klar sein. Ich könnte locker pro Tag einen dranhängen. Vermutlich wäre das immernoch nicht genug. Vielleicht würde es sich dann aber wenigstens die Waage halten.

Jammern auf hohem Niveau, schon klar. Aber wenn wir Bücher haben und es uns eigentlich auch sonst gut geht bleiben uns ja nur die „first world problems“, oder? 😉

Jedenfalls muss ich mir künftig ein Alternativprogramm für die Mittagszeit überlegen … Essen wäre doch eine Möglichkeit. Und dabei Lesen. Eine gute Idee, aber wo es doch so viele tolle Bücher gibt …

[BdB-Rezi] Isch geh Schulhof

Wieder einmal eine Rezi die ich euch, meinen lieben Lesern, aufgrund der guten Idee hinter der Seite Blogg dein Buch präsentieren kann.

Eine Mischung aus Teilen einer Autobiographie, Sachbuch, Zustandsbeschreibung deutscher Schulen in der Hauptstadt und Selbstfindung eines Lehrers, der doch keiner ist. Und irgendwie halt doch. „Isch geh Schulhof“ von Philipp Möller. Der Bastei Lübbe war diesmal so freundlich, mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen. Meinen Dank an dieser Stelle.

Zu Kaufen gibt es dieses Buch beim Verlag direkt (siehe link oben) oder auch bei Amazon

Das Buch

Es ist ein Paperback mit einem Jungen im Graffiti Comic Style der auf einem Handy rumtippt oder -spielt. Dieses sehr schön gemachte Cover vermittelt einen guten ersten Eindruck dessen, mit welchen Menschen man es während der nächsten Tage des Lesens hauptsächlich zu tun bekommen wird.

Und so beginnt es:

„Der öffentliche Nahverkehr in Berlin ist immer eine Reise wert. Mit ein bisschen Glück kann man bei einer Fahrt mit den Verkehrsmitteln der Hauptstadt filmreife Szenen erleben.“

Zusammenfassung

Kurz: Herr (oder – Achtung Insider/Spoiler – Frau) Mülla geht freiwillsch Tigergrube. Vallah, dem krasse Typ überlebt.
Etwas länger: Philipp Möller ist Assistent der Schulleitung einer Berliner Schule. Als er dann die Möglichkeit erhält, an genau dieser Schule als Assistenzlehrer anzufangen geht er davon aus, dass es ihm als quasi Insider doch irgendwie leichter fallen müsste, diesen Job zu übernehmen. Er hat sich geirrt. Ohne sich jedoch davon beirren zu lassen zieht er das ganze während zwei unsicheren (welcher Assi Lehrer hat schon einen unbefristeten Vertrag?) Jahren durch. Er mausert sich zu einer Respektsperson für die meist sehr bildungsfernen Kids und findet heraus, dass zumindest einige lernen können und davon widerum einige sogar wollen, wenn man es nur richtig angeht. Aber irgendwann platzt selbst dem nettesten Menschen der Kragen …

Meine Meinung:

Herr Möller bringt seine Weltanschauung immer wieder zum Ausdruck (er ist Atheist), was er auch darf und können soll. Was jedoch unnötig ist, ist die Verunglimpfung jener Anschauungen, die von seiner abweichen bzw. ihrerseits einen Absolutheitsanspruch erheben. Es kam mir manchmal so vor, als ob er Glaube und Religion für die Bildungsmisere verantwortlich machen wolle. Das tut er nicht, und er erwähnt auch die tatsächlichen Gründe wie z.B. Sparwut an den falschen Stellen. Jedoch blieb mir persönlich immer ein schaler Nachgeschmack wenn er wieder mal gegen Religion gewettert hat. Soviel dazu.
Das Buch wird als witzig beworben. Ich musste häufiger den Kopf ob der anscheinend katastrophalen Bildungssituation an offenbar nicht wenigen Schulen schütteln. Lächeln jedoch nur selten, von Lachen ganz zu schweigen. Das, soviel habe ich zwischenzeitlich über den tatsächlichen Einfluss eines Autoren gelernt, ist jedoch kaum Herrn Möllers Schuld.
Der Stil ist dem Thema nicht ganz unangemessen locker, bisweilen flapsig. Ich vermute dahinter den Humor des Verzweifelnden. Jedenfalls wäre es mir sicherlich so ergangen. Eine solche Situation hält man kaum länger als ein halbes Jahr nur mit „Gutmenschsein“ aus. Dazu braucht es vielmehr Humor, ein ungeheuer dickes Fell und einen Glauben daran, dass die Menschen nicht einfach schlecht sind, von dem sich viele gläubige Menschen ein Stück abschneiden können. Obwohl sich Herrn Möllers Weltanschauung überhaupt nicht mit meiner vereinbaren lässt muss und kann ich ihm für seine Leistung Anerkennung zollen. Wenn es mehr solche Lehrer gäbe (geben könnte, denn irgendwer muss sie ja auch bezahlen), sähe es an den Schulen anders aus.

Fazit:

Wer sich einen nicht immer todernsten Überblick über die Zustände an Deutschen Schulen verschaffen will, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt.
Etwas zurückhaltende Kaufempfehlung und zwischen 3 und 4 von 5 Sternen. Zu 4 hin tendierend.

Isch geh Schulhof
Bastei Lübbe / 2012 / 368
Philipp Möller
ISBN: 978-3-404-60696-2

[BdB-E-Book-Rezi] Das Land der sterbenden Wolken

Wieder einmal eine Rezi die ich euch, meinen lieben Lesern, aufgrund der guten Idee hinter der Seite Blogg dein Buch präsentieren kann.

Ein Fantasy Roman. Aufgrund einiger Szenen vielleicht nicht für die Kleinsten Leseratten geeignet. „Das Land der sterbenden Wolken“ von Thomas Lisowsky. Der Dotbooks Verlag war diesmal so freundlich, mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen. Meinen Dank an dieser Stelle.

Zu Kaufen gibt es dieses Buch beim Verlag direkt (siehe link oben). Da es sich um ein E-Book im .epub Format handelt, sucht man es bei Amazon vergebens.

Das Buch

… ist wie schon erwähnt ein E-Book. Es ist mein zweites E-Book über das ich eine Rezension schreibe. Sehr gut möglich, dass künftig noch mehr folgen werden. 😉

Und so beginnt es:

„Feuer erhellte den Nachthimmel.
Hunderte Menschen umstanden den weiten Veranstaltungsplatz, der von Laternen in allen Farben eingefasst wurde.“

Zusammenfassung

Kurz: Ein junger unzufriedener Magier und ein alternder Krieger auf Arbeitssuche sind unterwegs auf der Suche.
Etwas länger: Nairod und Raigar sind zwei Charaktere die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der eine ein junger Magier auf der Akademie der mit seinem Schicksal hadert. Er würde gerne über eine mächtige (sprich: vorzeigbare) Magieform verfügen. Stattdessen kann er nur aufheben, was andere Magier erschaffen haben. Ein Bannmagier. Eine höchst pazifistische Form der Magie, und das ist natürlich nichts für einen jungen Heisssporn. In gelüstet nach mehr, nach Macht. Da fällt ihm ein Buch in die Hand. Ihm, der sich wo immer möglich vor dem Lesen drückt. Aber dieses Buch ist anders. Er legt es nicht aus der Hand, liesst es in einem Rutsch durch. Und es verändert sein Leben.

Raigar ist ein mächtiger Hühne von einem Krieger der in so mancher Schlacht gekämpft hat. Nun ist er des Kämpfens überdrüssig. Zu allem Elend ist der Herrscher zur Überzeugung gelangt, dass alle ehemaligen Söldner und Krieger weggesperrt oder gar getötet gehören. Schliesslich passen sie so gar nicht in sein neues Friedensreich. Raigar lässt sich das aber nicht gefallen und endet schliesslich mit anderen die wie er gejagt werden auf der Flucht. Dabei begeben sie sich in grosse Gefahr, weil sie in das benachbarte Reich eines gefährlichen Nigromanten fliehen.

Meine Meinung:

Die Geschichte ist gut geschrieben. Der Autor schafft es meiner Meinung nach sehr gut den Ratschlag „Show don’t tell“ zu beherrzigen. Man kommt zwar nach und nach, aber trotzdem ziemlich rasch in die Geschichte rein. Auch die beiden Geschichten der Helden sind gut nachvolliehbar  und bildhaft beschrieben. Was mich jedoch ein bisschen gestört hat sind die vielen Figuren. Ein paar weniger hätten dem Roman gut getan. Und was ich persönlich irgendwie nicht verstanden habe ist, warum sich die Geschichten der beiden Helden so gut wie gar nicht überschneiden. Dem „Klappentext“ meinte ich zu entnehmen, dass die beiden aufeinandertreffen und sich aus der Unterschiedlichkeit eine gute Geschichte ergibt. Meiner Meinung nach hat Herr Lisowsky da einiges an Potential verschenkt. Und Raigar kam bei der ganzen Sache auch deutlich besser weg als Nairod fand ich. Nicht, dass Nairods Geschichte langweilig gewesen wäre, mitnichten. Aber irgendwie nimmt zumindest in meiner Erinnerung die Geschichte Raigars einen wesentlich grösseren Teil des Buches in Anspruch.

Fazit:

Irgendwas zwischen 3 und 4 von 5 Sternen. Leider nach meinem Gefühl eher zu 3 tendierend.

Grundsätzlich eine solide und gute Geschichte. Wenn mein erstes Buch auch so rauskommt bin ich zufrieden. 🙂

Titelbild "Das Land der sterbenden Wolken" von Thomas Lisowsky

 

Das Land der sterbenden Wolken
Dotbooks Verlag / 2012 / 414 Seiten – 1,19 MB
Thomas Lisowsky

ISBN: 978-3-943-83577-9

Neues Lesen

In einem früheren Beitrag habe ich mir ja überlegt, vielleicht einen Kindle zu kaufen. Zumindest vorläufig habe ich mich allerdings umentschieden.

Die Vorgeschichte

Es war einmal vor etwa zweieinhalb Jahren, da besass ich einen PRS-505 von Sony. Das Ding war langsam, das Display „matschig“ (im Sinne von „Wenn die Sonne draufscheint sehe ich darauf weniger vom Text als auf einem auf Hochglanz polierten Spiegel) und das einzig einfache und intuitive an seiner Bedienung war der Stromschalter.

Die Gegenwart

Seit einigen Wochen überlege ich mir ernsthaft einen EBook Reader zu kaufen. Nur: Welches Modell? Zu kaufen gibt es die meisten EBooks natürlich bei Amazon. Aber reicht das? Der Kindle kommt nämlich nicht oder nur unzureichend mit .pdf und .epub Files zurecht. Ja, das Kindle-Lese-Universum ist äusserst komfortabel, aber reicht das? Ich habe einige .pdf Files auf meiner Festplatte (Rollenspiel, freie Werke, beruflich relevante Dokumente) die ich gerne mobil haben möchte. „Jahaa, du hast doch ein Smartphone oder einen Laptop. Wo ist das Problem?“ Ja, wo ist es? Ganz einfach: Viel zu klein um vernünftig lesen zu können und viel zu schwer um vernünftig …

Und dann war da dieses Angebot. Ein Sony PRS-T2 für weniger als € 100.-. Neu und inklusive sechs Bücher (drei davon aus einem vorgegebenen Pool wählbar. Zugeschlagen.

Erste Erfahrung

Wo ich früher in der Zeit, die der Reader brauchte um umzublättern eine halbe Seite gelesen hätte, ist der Reader heute schneller als ich eine echte Seite umblättern könnte. Er ist intuitiv bedienbar, wozu sicher der Tochscreen und die wenigen grundlegenden Hardware Buttons beitragen (Vorblättern, Zurückblättern, Home, Back, Menu).

Erstaunt war ich über die Möglichkeit Notizen zu machen. Entweder mit einer OnScreen Tastatur oder handschriftlich mit einem mitgelieferten Stift. -> Kleiner Kritikpunkt: Der Stift lässt sich nicht am Gerät befestigen.

Software

Ich bin ja kein Freund von DRM. Ich habe noch nicht ausprobiert, ob ich mit Calibre auch DRM-geschützte EBooks auf’s Gerät bekomme. Falls ja ist die mitgelieferte Software ganz schnell gelöscht. Wenn man wie ich öfter mit gewöhnlichen .pdf Files zu tun hat, wird man die Möglichkeiten die einem Calibre bietet sehr zu schätzen wissen und bald nicht mehr missen wollen. Darauf möchte ich hier allerdings nicht näher eingehen.

Erstes Fazit

Nach einer guten Woche lässt sich natürlich noch nicht soviel sagen. Aber ein Bisschen. Das Gerät ist leicht, ich kann tatsächlich auch bei Sonnenschein noch lesen usw. Es ist nicht perfekt, aber wie Carl Jung so schön gesagt hat: „Perfection belongs to the Gods; the most we can hope for is excellence.“ („Perfektion ist den Göttern vorbehalten, wir können nur auf Vorzüglichkeit hoffen.“ Sorry, ich habe versucht „excellence“ zu übersetzen … Wenn jemand eine passendere Übersetzung kennt, bitte in die Kommentare damit.)

Verglichen mit dem alten PRS-505 scheint sich Sony an diesem Ziel zu orientieren. Was kann man mehr erwarten?

 

Ich freue mich auf eure Kommentare.

[BdB-Rezi] Vakuum

Wieder einmal eine Rezi die ich euch, meinen lieben Lesern, aufgrund der guten Idee hinter der Seite Blogg dein Buch präsentieren kann.

Ein Roman, eine Mischung aus Jugendbuch und Thriller. Ein Jugend-Thriller also. „Vakuum“ von Antje Wagner. Der bloomoon Verlag war diesmal so freundlich, mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen. Meinen Dank an dieser Stelle. Mein Dank geht aber auch an die Autorin, Antje Wagner, die die Rezensionsexemplare mit einer Widmung versehen hat. Finde ich ein nettes Detail und macht ein Buch gleich viel „sympathischer“

Zu Kaufen gibt es dieses Buch beim Verlag direkt (siehe link oben) oder auch bei Amazon

Das Buch

… ist ein Hardcover. Schon mal ein Plus. Ich liebe Hardcover. Ich weiss, was ein gebundenes Buch – zumindest wenn man es von Hand macht – für einen Aufwand bedeutet. Das Coverbild stimmt wunderbar auf die bedrückende Stimmung ein.

Und so beginnt es:

„Die Sirene heulte los.
Kora war noch nicht fertig. Nur noch fünf Bahnen. Höchstens sechs.“

Zusammenfassung

Kurz: Für ein paar Jugendliche steht plötzlich die Zeit still und sie müssen herausfinden, was los ist.
Etwas länger: Kora macht eine Lehre als Malerin. Das ist Arbeit, und Arbeit ist gut. Denn in der Zelle ist es nur eng und langweilig. Tamara sucht ein Stück ihrer Vergangenheit. Plötzlich bleibt der Zug nach Mannheim stehen und sie wacht auf. Alissa und Leon stehen nach einem kurzen Nickerchen ohne ihre Freunde auf einer Insel in einem Naturschutzgebiet. Hannes, ein ehamliger BMX-er, ist wie besessen von Strassenschildern. Jeden Abend um Punkt 20:30h kontrolliert er ein paar selbst aufgestellte Schilder beim Golfplatz. Sie alle sind so verschieden wie man nur sein kann. Und sie alle verbindet etwas. Etwas Einzigartiges, Geheimnisvolles.

Meine Meinung:

Zuerst wusste ich nicht so recht, was ich davon halten sollte. Zeit bleibt stehen … hm. Und dann? Aber sehr schnell habe ich gemerkt, dass das Thema „Zeit“ nicht das Zentrum der Geschichte ist. Es sind die fünf Jugendlichen. Beziehungsweise das, was sie miteinander verbindet. Ich kann ohne zu spoilern leider nicht viel sagen, aber das Ende ist auf jeden Fall überraschend, nicht vorhersehbar. Und trotzdem stimmig. Anders.
Nur soviel: Es geht um das Alleinsein und um etwas, das weit über gewöhnliche Freundschaft hinausgeht. Und darum, dass man seinem Schicksal nicht einfach ergeben ist, sondern, egal in welcher Lage man sich befindet, etwas verändern kann.
Ein gutes Buch für Jugendliche ab einem gewissen Alter. Es geht zuweilen heftig zur Sache und es werden ernste Themen angesprochen. Trotzdem wird nichts aus blosser Sensationsgier ausgeschlachtet.
Das Buch ist gut und spannend geschrieben. Ich brauchte nicht mal eine Woche um es zu lesen.

Fazit:

Ich schwankte zwischen 4 und 5 Sternen. Letztlich müssen es aber fünf sein, weil mich – nach kurzem Nachdenken – das Ende tatsächlich gänzlich überzeugt hat.
Also: 5 von 5 Sternen und Kaufen.

Vakuum
bloomoon Verlag / 2012 / 304 Seiten
Antje Wagner
ISBN: 978-3-827-05437-1

Kindle, aber welcher? Oder gar ein 7-Zoll Tablet?

Der Marcus und der Jürgen haben ihren „Senf“ ja schon dazugegeben und damit auch gleich das mögliche Spektrum an Meinungen abgesteckt.

Nun würde mich jedoch interessieren, was für mich das bessere Gerät wäre. Warum soll ich auf einen Touchscreen verzichten? Oder auf die leicht von beiden Seiten zu erreichenden „Blättertasten“?

Immerhin besteht auch ein Preisunterschied von € 50.- Damit könnte man sich auch schon wieder das eine und/oder andere e-book kaufen.

Machen wir es doch mal ganz altmodisch, mit einer Pro- und Contra-Liste:
Kindle Pro:

– Preis
– Gewicht
– Passt in sämtliches Zubehört
– Blättern geht denkbar einfach mit den links und rechts angebrachten Tasten

Kindle Contra:

– Kein Touch Screen
– Keine Audiofähigkeiten
– Kein Zugang zu Wikipedia und Wörterbuch(?)
– Kein Wörterbuch! => Grosser Nachteil.

Kindle Touch Pro und Contra -> Ändert oben einfach das Vorzeichen. Ausnahme: Akkulaufzeit. Die ist bei beiden sehr lang.

Und wenn ich mir die Liste so anschaue … Alles was der Touch zusätzlich kann, kann mein Handy auch, und besser sogar. Und das habe ich schon. Wie ist eure Meinung dazu?

Ach ja, und dann gäbe es noch die Alternative des 7-Zoll Tablets. Jaja, TFT ich weiss. Und ja, bei hellem Sonnenlicht ist es nicht schön darauf zu lesen. Aber wenn ich ehrlich bin, bei hellem Sonnenschein ist auch ein Buch oder ein e-book Reader nicht wirklich augenschonend. Die weissen Seiten sind dann so grell, dass ich nichts erkenne.
Also, sagt mir eure Meinung, was ihr darüber denkt. Es interessiert mich und bringt mich sicherlich ein Stück weiter.