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[Rezi] „Verlierbarkeit oder Unverlierbarkeit des Heils – Was sagt die Schrift?“ von Martin Schweikert

Diesmal wurde mir das Buch vom Christlichen Mediendienst kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an dieser Stelle dafür.

Zu Kaufen gibt es dieses Buch beim Verlag direkt oder auch bei Amazon

Der Autor

Den Autor dieses Buches kenne ich als besonnenen, analytisch denkenden Menschen mit geisteswissenschaftlicher Prägung. Seine immerwährende Betonung, bei der Auslegung der Bibel zuallererst ausschliesslich den Text wie er dasteht zu verwenden und sich weder auf Meinungen noch auf Erfahrung zu stützen setzt er unter anderem in diesem Buch in guter, wenn auch manchmal schwierig nachzuvollziehender Weise, um.

Das Buch

Es war ein E-Book im epub-Format. So konnte ich es auf dem Reader meines Vertrauens lesen und war nicht künstlich beschränkt oder gegängelt.

Und so beginnt es:

Paulus sagt voraus:
Denn ich weiß dieses, daß nach meinem Abschiede verderbliche Wölfe zu euch hereinkommen werden, die der Herde nicht schonen. Und aus euch selbst werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her. Darum wachet und gedenket, daß ich drei Jahre lang Nacht und Tag nicht aufgehört habe, einen jeden mit Tränen zu ermahnen. — Apostelgeschichte 20,29-31
Er spricht hier von Angriffen, die von außen nach innen erfolgen (die „verderblichen Wölfe“, die „hereinkommen“ werden), aber auch von Angriffen von innen (die Männer, die „aus euch selbst“ aufstehen werden).
Es ist also zuverlässig mit der Gefahr zu rechnen, dass in den Gemeinden durch Gemeindeglieder falsche Lehren verbreitet werden (sie werden „verkehrte Dinge reden“). Das Charakteristische ist, dass diese Menschen andere „hinter sich her“ abziehen werden – da sie ihre falschen Lehren aus dem Wort Gottes nicht belegen können, sind die Menschen die ihnen folgen, darauf angewiesen, dass sie ihnen sagen, was richtig und was falsch ist – sie legen Dinge fest, die aus dem Wort Gottes nicht zu belegen sind.
Die verderblichsten aller falschen Lehren sind die, die das Heil betreffen. Darum ist auch die Aufforderung, wachsam zu sein, sehr ernst zu nehmen – es steht zu viel auf dem Spiel.
Der Begriff „Heil“ umfasst im Neuen Testament mehr als „Erlösung vor dem ewigen Tod“; die Diskussion in dieser Untersuchung bleibt aber auf diesen Aspekt beschränkt. „Heil“ hat denselben Sinn wie in Ausdrücken wie „Heilssicherheit“ und „Heilsgewissheit“. Gegenstand der Untersuchung ist jedoch nur die Heilssicherheit. Heilsgewissheit ist etwas Subjektives – Wer das Heil hat, kann sich dessen subjektiv bewusst sein oder auch nicht; andererseits kann jemand, der das Heil nicht hat, subjektiv empfinden er hätte es. Bei der Heilssicherheit geht es dagegen objektiv darum, ob das Heil sicher ist (unverlierbar) oder nicht (verlierbar).

Zusammenfassung

Kurz: Eine sachliche, und erschöpfend gründliche Auseinandersetzung mit dem Thema.
Etwas länger:Der Autor geht in gründlicher Art auf die bekannteren und auch diverse nicht so bekannte Aussagen, die eine Verlierbarkeit des Heils vermuten lassen könnten, ein und analysiert sie im Licht des Kontextes der Stellen, die als Beleg für die Verlierbarkeit angeführt werden. Der wichtigste Auslegungsgrundsatz der Bibel, dass sie sich nämlich nicht selbst widerspricht, wird gegen jeden dieser Angriffe ins Feld geführt.

Da dies ein reines Sachbuch ist werde ich mich im weiteren auf Kritik- und Positiv-Punkte und ein kurzes Fazit beschränken. Erläuterungen über Sprache, Stil und „Figuren“ sind hier unpassend.

Kritik

Der Autor hat vertiefte Kenntnisse alter Sprachen und deren Grammatik- und Regelsystemen. Das merkt man. Als einer, der es damit nicht so hat mag es bisweilen schwer fallen, seine Begründungen nachvollziehen zu können. Wenn man sich jedoch die Arbeit macht und den Erläuterungen nachgeht findet man heraus, dass sich der Autor nicht einfach etwas zusammengereimt hat. Die Kritik an dieser Stelle bezieht sich also lediglich auf den Umstand, dass sich das Buch weniger an den sprachlichen Laien und somit die vermutlich breitere Masse von Christen richtet als vielmehr an wenige Altphilologen, die dann ihrerseits anhand des Buches ohne Zwweifel weniger sprachgewandten Personen in einer der schwierigst möglichen Krisen weiterhelfen können.
Was mich beim Lesen auch etwas gestört hat waren die Wiederholungen. Um jedoch nicht dauernd auf irgendwelche anderen Kapitel (was teilweise auch gemacht wird, grade bei der Bezugnahme auf grössere Themengebiete) verweisen zu müssen, bleibt vermutlich kaum eine andere Möglichkeit.

Positiv

Der Autor hat den Aufwand, auf jeden noch so kleinen Hinweis auf eine mögliche Verlierbarkeit des Heils einzugehen, an keiner Stelle gescheut. Und das war ja letztlich der Grund für dieses Buch.

Fazit

Wenn sich jemand fragt, ob das Heil, das Ewige Leben, verlierbar sein könnte, dann lege ich ihm oder ihr dieses Buch ans Herz. Ohne den Autor gefragt zu haben kann ich mir, bei ausreichend vorhandener Zeit, sehr gut vorstellen, dass er gerne Fragen zu diesem Thema beantworten wird. Es scheint durch die Zeilen hindurch, dass ihm dieses Thema ein Herzensanliegen ist. Dass er es auf einem derart hohen sprachlichen Niveau abhandelt ist einzig dem Umstand geschuldet, dass es genug Menschen gibt, die sonst viel zu leicht über das Buch herfallen würden. So ist dem jedoch ein Riegel vorgeschoben und die Vertreter der Verlierbarkeit des Heils müssen schon unglaublich tief in die Trickkiste greifen um Land zu sehen.
Ich schwanke zwischen 4 und 5 Sternen, neige wegen den sprachlichen „Hürden“ jedoch zu vier. Dennoch eine absolute Kaufempfehlung, weil die Frage in so klarer und abschliessender Weise behandelt wird.

Cover Verlierbarkeit oder Unverlierbarkeit des Heils

Verlierbarkeit oder Unverlierbarkeit des Heils – Was sagt die Schrift?
Christlicher Mediendiest / 2015 (1. Auflage) / 316
Martin Schweikert
ISBN: 978-3-9398-3378-9

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