in Basteln, Buch

Buchbastelprojekt Nr. 1: Buchbox

Vor einiger Zeit habe ich mal gesehen, wie jemand eine Art Blumentopf auf Treppenstufen „ausgestellt“ hatte. Es sah tatsächlich so aus, als wäre das ganze eine Art Outdoor Galerie. Soweit ja nichts allzu ungewöhnliches. Diese „Blumentöpfe“ waren aber – sonst würde ich hier kaum darüber schreiben – Bücher. Einfach aussen die Seiten verleimt, innen ein Loch rausgeschnitten (das ist nicht so einfach wie ich gelernt habe), mit Plastikfolie ausgekleidet und die Planze mit ausreichend Erde in das Loch. Sah ein bisschen „vintage artig“ aus. Gefiel mir sehr gut.

Kurz darauf bin ich in der Bücherbrocky (da gibt es gebrauchte Bücher zwischen 2.- und 5.-, je nach Grösse und Art) fündig geworden. Bücher mit schönen Einbänden, Buchrücken etc. sollten es sein. Ein paar grosse Exemplare habe ich gefunden, auch eine potentielle iPad Mini Hülle war dabei.

Und natürlich noch dieses:

Erster Buchbox Versuch

Es ist eine gute Mischung aus schönem Einband und (für mich) nichts sagendem Inhalt.

Einen Arbeitsschritt zurück sieht es etwa so aus:

Leim auf den Seiten

Der Leim wird rund herum auf den Buchblock aufgebracht und gleichmässig verteilt. Die Idee dahinter war, dem Buchblock für das anschliessende Ausschneiden mehr Stabilität zu verleihen. Und ich habe mir auch eingeredet es wäre auf diese Weise einfacher die einzelnen Seiten auszuschneiden. … Kann ich mir ehrlich gesagt nicht mehr vorstellen.

Damit der Buchblock keine Wellen schlägt und er natürlich auch schön zusammen bleibt, muss das ganze in die Presse. In meinem Fall unter das Brett und ein weiteres (verleimtes) Buch.

Verleimter Buchblock in der Presse

Ohne Worte.

Leimfinger

Vor langer Zeit habe ich mir mal ein Buchbinder(Papier)- und ein Kartonmesser zugelegt. Man kann das natürlich auch mit dem Japanmesser machen, aber ich denke, dass dieses hier das gewönliche Japan-Teppich-Abbrechklingen-Messer bezüglich Schärfe und Komfort deutlich in den Schatten stellt. Durch die lange schlanke Klinge kann man sehr schön unsaubere Stellen auf dem Papier beseitigen.

Buchbindermesser während einer Pause

Und hier sieht man, was dem scharfen Stück Stahl zum Opfer fiel: Potentielles Dekorationsmaterial.

Was dabei "raus" kommt

Die nächsten Schritte, zu denen es noch keine Bilder gibt sind das Glätten der Innenkanten und das Verleimen der selbigen. Dann wird das Vorsatzpapier noch draufgeklebt und vorsichtig entlang des Loches ausgeschnitten. Das soll dazu dienen, die Oberseite der geöffneten Box nicht so abgerissen wirken zu lassen.

Das Buch ist zwischenzeitlich wieder unter dem Holzbrett. Sobald es raus ist, alles verleimt wurde und die letzten Handgriffe getätigt wurden folgen die letzten Bilder. Da ich in zwei Wochen eine kleine Präsentation über mein Hobby geben muss und dies hier als etwas aussergewöhnlicheres Beispielobjekt herhalten soll muss es bis dahin fertig sein. BTW: Kennt jemand eine Seite mit Deutsch/Englischem Buchbinder Vokabular? Dann würde ich mich sehr über diese Info freuen.

Update: Die Buchbox ist fertig!

Nachdem die Seiten alle ausgeschnitten und auch von innen mit Leim verklebt waren, wurde die erste Seite nach dem Vorsatzpapier draufgeklebt. Der Grund ist ganz einfach: Es soll einen schönen Abschluss geben. Man soll nicht jeden noch so kleinen Schnitzer gleich erkennen. Das sah dann so aus:

Abgedeckte "Buchbox"

Nun muss ganz vorsichtig entlang der „Wand“ der Buchbox die draufgeklebte Seite ausgeschnitten werden, schliesslich will man ja etwas in das Ding hineinlegen. Dabei ist Vorsicht geboten, weil der gewünschte Effekt (schöne Abdeckung) sonst hinfällig wird.

Die ersten Schnitte in der Abdeckung

Fertig! So sieht die Buchbox mit geöffnetem Deckel aus.

Fertig!

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