in Buch, Schreiben

27225 oder: Der Monat der Schreibwütigen ist vorbei!

„Was? Du hast die 50’000 Wörter nicht geschafft?“

„Ja wie, hast du jetzt etwa verloren?“

„Och, das tut mir leid, echt, du hast dich doch bestimmt so darauf gefreut …“

 

So oder ähnlich könnten wohl Kommentare lauten. Ich kann nicht sagen, dass es mir völlig egal ist. Ich dachte zuerst wirklich, dass ich das schaffen könnte. Hätte ich vielleicht auch gekonnt, wenn ich konsequenter gewesen wäre. Aber für mich war diese ganze Sache in erster Linie ein Versuch. „Kann ich mich einen Monat lang regelmässig hinsetzen und so viel schreiben, wie ich noch nie vorher für eine Geschichte, einen Text, geschrieben habe?“. Die Antwortet lautet: Jein.

Es ist nicht so, dass ich wirklich jeden Tag geschrieben habe. Aber die allermeisten davon. An 21 Tagen konnte ich mich tatsächlich hinsetzen und was tun. An neun habe ich es aus unterschiedlichen Gründen nicht geschafft. Hätte ich es geschafft, wäre ich wohl auf knapp 40’000 Wörter gekommen, so waren es 27’225. Das ergibt einen Schnitt von gut 900 Wörtern pro Tag.

Nun weiss ich, DAS kann ich schaffen. Damit kann ich künftig rechnen ohne dabei grösseren Stress zu bekommen. Da ich mein Geld ja (noch 😉 ) nicht mit Schreiben verdiene kann ich mir diesen Luxus erlauben, nicht mehr schreiben zu müssen.

Mir hat es, unabhängig davon, wieviel ich nun geschrieben habe, dennoch viel gebracht. Ich habe einiges über meine Vorlieben beim Schreiben gelernt. Auch z.B., dass ich an der Tastatur ganz anders schreibe als mit Stift und Papier. Das mag vielleicht seltsam klingen, aber abhängig davon WAS ich schreibe hat das eine Bedeutung. Ich schreibe mit Stift konzentrierter, weil langsamer. Ich mache weniger Fehler, und wenn, einfach durchstreichen und weiterschreiben. An der Tastatur kann ich das nicht. Da gibt es eine Blockade. Sobald ich beim Tippen merke, dass ich einen Fehler gemacht habe muss ich ihn korrigieren, ich kann ihn nicht stehen lassen. Das würde mich dann dauernd beschäftigen und ich könnte mich nicht mehr 100 %-ig auf den Text konzentrieren. Das Korrigieren selber reisst mich aber auch schon ein bisschen aus dem Schreibfluss … Also, wenns gleich beim ersten Mal klappen soll gibts für mich nur Papier und Stift. Allerdings wollte ich einen Roman nicht von Hand schreiben müssen. Da beneide ich die Schriftsteller der Vergangenheit überhaupt nicht. Vielleicht wäre aber auch das mal einen Versuch wert?

Was bleibt am letzten Novembertag im Jahr 2011 also zu sagen: Ziel verfehlt und trotzdem angekommen. Ich empfehle jedem der ernsthaft erwägt ein Buch zu schreiben, mal an einem solchen oder ähnlichen Experiment teilzunehmen. ES LOHNT SICH!

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Kommentar

  1. Hey Marc,

    Dann mal Glückwunsch zu den 900 Wörtern/Tag. Das ist schon mal sehr viel und eine gute Grundlage, worauf man aufbauen kann.
    Bei mir hat sich letztes Jahr genau das gleiche Gefühl eingestellt: Du weisst, dass du einen solchen Tagesschnitt hinkriegst – nicht nur theoretisch, sondern praktisch. Das ist eine der schönsten Dinge am Nano.

    Und was soll’s wegen den 50’000 … Hauptsache, du hast viel und vor allem regelmässig geschrieben.
    Ich bin eh der Meinung, dass – auch wenn mir die meisten Nano-Teilnehmer widersprechen würden – Qualität immer noch vor Quantität geht.
    Klar ist es hilfreich, wenn man sich zum Schnellschreiben zwingt, aber manchmal ist an gemässigteres Tempo und etwas mehr nachdenken wichtiger und wertvoller als möglichst viel zu schreiben.
    2 Stunden pro Tag hinsetzen, statt 1667 Wörter pro Tag schreiben zum Beispiel.

    Das andere mit der Schreibweise finde ich überhaupt nicht komisch. Mir geht es genau so.
    Zwar kann ich immer noch nicht genau sagen, wann genau mir Handschrift und wann mir Computerschrift mehr dient, aber es gibt ganz sicher Unterschiede. So in etwa verhält es sich wie folgt:
    Den PC nutze ich, wenn ich zu Beginn einen Überblick gewinnen will. Wenn ich z.B. noch nicht genau weiss, wohin es mich führt, und ich froh drum bin, wenn ich eine Assoziationskette entwickeln lassen kann, ohne von der langsameren Handschrift behindert zu werden.
    Ist die Grundidee entwickelt und ich etwas Bestimmtes besser kennenlernen bzw. weiterentwickeln will, greife ich zu Stift und Papier und experimentiere. Das kann ein Plot sein, eine Figur (bzw. ihre Vergangenheit, ihre Zukunft), eine neue Szene oder eine alte, die ich komplett überarbeiten will. Vieles, das dabei entsteht ist Mist; der hilft mir aber per Ausschlussverfahren zum ersten Entwurf.
    Wenn ich das Gefühl habe, mein Entwurf hat mehr oder weniger die Form, die ich haben möchte, dann muss es einfach nur noch schnell gehen. Ich geh an den PC und schreibe mich nach Möglichkeit in einen Rausch.
    Korrektur lesen erfolgt dann meistens wieder handschriftlich, indem ich das Geschriebene ausdrucke und mit einem Stift anzeige, was noch verbessert werden muss.

    Damit du mich nicht falsch verstehst: Ich bin nicht so diszipliniert wie das Beschriebene wohl den Anschein erweckt. Es ist der (manchmal nur angestrebte und nicht erreichte) Idealfall.
    Tatsächlich ist es mal so, mal so. Meistens nach Lust und Laune. Ich habe einfach gemerkt, dass es sich auf diese Weise am besten bewähren würde. Aber manchmal „mag“ (<–Achtung CH-Deutsch) auch einfach nicht und kürze den Idealfall ab.

    Zudem ist es bei jedem Autor wieder irgendwie anders.

    Ich hoffe, dass du den guten Schnitt halten kannst. Ich hab nach dem Nano letztes Jahr relativ schnell wieder nachgelassen.

    Gruss Dani

    • Hi Dani

      Zum Schnellschreiben war das ganze viel zu wenig ausgefeilt. Ich musste meistens während dem Schreiben überlegen, was ich schreiben wollte. Lediglich eine Gröbststruktur (Die meisten Kapitelüberschriften 😉 ) hatte ich als Hilfestellung.

      Beim nächsten Projekt werde ich vorher etwas detaillierter planen, und sei es nur des Vergleiches wegen.

      Soviel mal dazu. Später vielleicht mehr.

      Gruss
      Marc