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[SFCh-Rezi] „Der letzte seiner Art“ von Andreas Eschbach

Die Station:

Erde – Erdzentrierte Sci-Fi.

Und so beginnt es:

»Am Samstagmorgen erwachte ich blind und halbseitig gelähmt. Ich bin schon oft blind gewesen und auch schon oft halbseitig gelähmt, aber in letzter Zeit bin ich öfter beides gleichzeitig, und das fängt allmählich an, mir Sorgen zu machen.«

Zusammenfassung

Kurz: Ein frühpensionierter Cyborg-Super-Marine lebt in einer kleinen irischen Stadt zurückgezogen und friedlich, bis eines Tages jemand nach ihm sucht. Jemand, der nichts von ihm wissen dürfte …
Etwas länger: Duane Fitzgerald hat sich als junger Marine freiwillig für ein hochgeheimes militärisches Experiment gemeldet. Einen Supersoldaten wollten sie aus ihm und noch einigen anderen machen. Was ihnen auch gelang. Duanes Sinne lassen jeden Spürhund vor Neid erblassen, seine Reflexe lassen die Bewegungen einer Raubkatze wie die eines betrunkenen Nilpferds aussehen und bei einem Ringkampf mit ihm würde jeder Grizzly den Kürzeren ziehen. Die Sache hat nur einen Haken: Seine ganzen Superkräfte basieren auf geheimer und höchst experimenteller Technik und er selber wird auch nicht jünger. So hat der „Super-Stahl-Mann“ nicht nur mit den ganz gewöhnlichen Tücken des Alltags zu kämpfen, sondern auch damit, dass er keine gewöhnliche Nahrung mehr zu sich nehmen kann, jedenfalls nicht, wenn er sie bei sich behalten will.
Eines Tages fängt ein Fremder an im Ort Fragen nach ihm zu stellen und ihn zu suchen. Zuerst versucht Duane den Fremden zu meiden, was ihm dank seiner Sinne und Fähigkeiten auch gelingt. Aber dann laufen sich die beiden doch über den Weg, was für den Fremden letztlich den Tod bedeutet.

Meine Meinung

Die Bücher von Andreas Eschbach die ich bisher gelesen habe lasen sich alle fast von selbst. Sie sind so geschrieben, wie ich ein Buch auch schreiben wollte: Ohne Füllmaterial. Und es gibt keinen Deus ex machina, das Ende ist schlüssig und wenn man es genau nimmt das einzig wirklich stimmige und überhaupt mögliche Ende, falls man bei einem Sci-Fi Roman von „möglich“ als Kriterium sprechen kann, handelt es sich hierbei doch nicht um „Hard-SF“.
Man wird zu Beginn der Geschichte gleich mitten in den Alltag von Duane geworfen und gewinnt dadurch möglicherweise den Eindruck, dass dem Buch was abginge, wird doch gleich offen dargelegt, dass Duane Fitzgerald ein Cyborg ist. Da der Weg, wie der Leser in die Geschichte mit hineingenommen wird aber ein wenig offensichtlicher ist macht es auch nichts, einige Details schon vorher zu kennen. Einzig an einer Stelle war ich ein kleines bisschen „enttäuscht“, weil ich sofort gewusst habe, was diese Situation zu bedeuten hat. Von diesem kleinen Mangel abgesehen – Ja, ich finde es nunmal schade wenn ich vorher weiss, was passieren wird – ist es ein sehr leicht und flüssig zu lesendes Buch mit einer guten Geschichte und plastischen Charakteren. So weiss ich genau wie der Bruder der Frau, die Duane, seit er in Irland lebt, aus der Ferne anhimmelt, aussieht. Oder ich sehe den Gesichtsausdruck einer der Feinde von Duane im Moment, in dem er realsiert, mit wem er es hier zu tun hat.

Fazit

Falls es noch nicht rausgekommen ist hier im Klartext: Kaufen und lesen! Das Buch hat etwas mehr als 350 Seiten und liesst sich weg wie nichts.

Gesamteindruck

Sprache / Stil: 9/10
Figuren: 10/10
Handlung: 8/10 Wegen dieser einen Sache da …
Schlusswertung: 9/10 Punkte

Der letzte seiner Art
Bastei Lübbe / 2005 / 352 Seiten
Andreas Eschbach
ISBN: 978-3-404-15305-3

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Kommentar

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  • [SFCh-Rezi] "Herr aller Dinge" von Andreas Eschbach « instausendste

    […] Buch. Okay, es ist raus. Das Buch hat kein Happy-End wie es im Buche steht. Aber das hatte auch das letzte Buch, das ich von Andreas Eschbach gelesen/gehört hatte, nicht. Macht aber nichts, wenn das Ende […]

  • Leseliste für die Ravenport Sci-Fi Challenge « instausendste

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